RWE will beim Vorstandsgehalt sparen

Das Geschäft von RWE läuft weiterhin schleppend, daher erwägt man dort jetzt sogar Einsparungen bei den Gehältern der Vorstandsmitglieder. (Foto: Tobias Steinert / shutterstock.com)

Die Nachricht ist in aller Munde: RWE sieht sich gezwungen, seine Sparmaßnahmen nun auch bis auf die Vorstandsebene auszudehnen. Grund für den rigiden Sparkurs sind die in der letzten Zeit nur schleppend vorankommenden Geschäfte des Energieriesen. Viele seiner Kraftwerke fahren mittlerweile hohe Verluste ein.

Kein Wunder, denn der mit Einspeisevorrang privilegierte Ökostrom macht es herkömmlicher Energie auf dem Markt sehr schwer. So ist zum Beispiel der Preis an der EEX (European Energy Exchange) von rund 60 Euro Anfang 2011 mittlerweile auf unter 40 Euro pro Megawattstunde gefallen.

RWE Aktie: Hohe Verluste bauen Druck beim Energieriesen auf

Hinzu kommt, dass die Gewinne von Atom- und Braunkohlekraftwerken durch die Brennelementsteuer und CO2-Handelszertifikate zusätzlich eingeschränkt werden. Selbst RWE als weiterhin größter deutscher Energieversorger spürt diesen Druck zunehmend.

In den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres sank das betriebliche Ergebnis für herkömmlichen Strom um rund 1,5 Milliarden Euro auf insgesamt 841 Millionen Euro. Das entspricht einer Verringerung von 64 Prozent.

Kein Wunder also, dass RWE sich gezwungen sieht, an allen Ecken und Kanten zu sparen. Bislang wurde dies vor allem durch Umstrukturierungen und Einsparungen des Personals versucht.

Zuletzt wurde Anfang November bekannt, dass fast jede zehnte Stelle gestrichen werden solle. Alleine in Deutschland würden bis Ende 2016 weit über 4000 Stellen wegfallen, konzernweit betreffen die Streichungen fast 7000 Anstellungen.

RWE führt massive Einsparmaßnahmen durch

Doch offensichtlich werden alle diese Einsparungen noch nicht reichen, um dem Konzern und damit auch der RWE-Aktie wieder auf die Sprünge zu helfen.

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Daher soll es bald in die nächste Kürzungsrunde gehen und diesmal stehen die Gehälter und Vergütungen des Vorstands selbst auf dem Programm. Dort ist definitiv Luft vorhanden, um den Gürtel noch etwas enger zu schnallen.

Alleine im Jahr 2012 betrug die Gesamtsumme der Vergütungen auf Vorstandsebene ungefähr 15 Millionen Euro. Vorstandschef Peter Terium bekamt davon 2,5 Millionen Euro Gehalt und noch einmal 1,2 Millionen in Form von RWE-Aktien  und -Optionen.

Damit liegt er landesweit ein gutes Stück über dem Durchschnitt für DAX-Vorstände, wie eine Studie der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz herausfand.

Anhaltende Hoffnung auf Regeneration der RWE-Aktie

Es bleibt also die Frage, ob diese neue Sparmaßnahme die Kraft besitzt, der RWE-Aktie neuen Schwung zu verleihen. Die britische Investmentbank Barclays zeigte sich zuletzt vorsichtig optimistisch, was eine Erholung des deutschen Energiesektors anbelangt.

Sinkende regulatorische Risiken könnten demnach zu einer Erholung der Rendite führen. Bitter für RWE ist derweil, dass der große Konkurrent E.on mit zu den Gewinnern der bisherigen Jahresendrally gehört.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.