Sachwerte: Inflation lässt sich so nicht bekämpfen!

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Sachwerte = Inflation ade. So liest man es in Kurzform immer und immer wieder. Falsch, sagt Janne Jörg Kipp. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Die Sachwert-Investitionen des redaktionellen Beitrags dazu waren aller Ehren wert.

Aber: vollkommen falsch angesetzt.

Empfehlung Sachwerte: Inflation so angeblich zu “besiegen”

Grundsätzlich ging der Autor des Beitrags davon aus, Sachwerte seien „gut“ und schützten Sie vor Inflation.

Das ist richtig, aber nur die halbe Wahrheit. Sachwerte sind so lange gut, wie a) die Preise steigen und b) Sie dann gerade nicht mehr kaufen müssen. Das heißt bei Unternehmen mit hohen Sachwertinvestitionen aber:

diese sind dann benachteiligt, weil sie viel Geld bezahlen müssen. Genau aus diesem Grund aber rate ich von den Unternehmen ab.

Klingt vielleicht kompliziert, ist aber die beste Inflationsstrategie: Investieren Sie in Unternehmen, die möglichst wenig Maschinen nachrüsten müssen.

Besser: Eisenbahnen ….

Dies sind zum Beispiel Eisenbahn-Unternehmen, die zwar gelegentlich Wartungsaufträge erteilen müssen, grundsätzlich aber lange im Voraus ihre Güter bestellt haben.

Zu nennen ist beispielsweise tatsächlich die im Artikel ebenfalls empfohlene „Burlington Northern Santa Fe“, die Warren Buffett sich einverleibt hat.

Weitere Empfehlungen aber enden im reinen Chaos: dies sind „geschlossene Fonds“, die der Autor aufgreift.

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Geschlossene Fonds aber können Sie in der Inflation direkt zurückweisen. Diese werden sie bei stark steigenden Preisen nicht mehr los.

Geschlossene Fonds investieren in ein Objekt, das möglicherweise selbst niemand mehr kaufen kann oder will.

Meine Empfehlung: wenn Sie in geschlossene Fonds investieren – dann auf keinen Fall in Phasen inflationärer Entwicklung. Dies ist ein Brandsatz.

Weitere Empfehlung: Zertifikate … falsch!

Einmal dabei wird munter weiter empfohlen. So etwa in Zertifikate, die 1:1 am Kursanstieg von Aktien profitieren lassen – also Indexzertifikate auf den Dax oder SDax.

Die Idee ist wieder aller Ehren wert, hilft Ihrem Kapitalschutz aber überhaupt nicht.

Zertifikate sind Schuldverschreibungen – also Anleihen. Auch bei „unbegrenzt“ laufenden Zertifikaten gilt hier ein Sonderkündigungsrecht der Emissionsbanken.

Mit anderen Worten: Sie müssen faktisch „jederzeit“ mit Vorlauf damit rechnen, wertloseres Geld zurück zu erhalten.

Meine Empfehlung: kaufen Sie Sachwerte. Die Inflation ist mit Aktien mit Substanz und Besitz gut zu überstehen. Achten Sie jedoch darauf, dass der Nachrüstungsbedarf nicht zu hoch ist.

Im Neuen Deutschen Geldanlagebrief empfehle ich dazu die Münchener Rück. Deren „Besitz“: Verträge mit Versicherungen, die überlebensnotwendig sind.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.