Salesforce.com: Erst im Aufwind, jetzt unter Druck

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Die Erfolgsaktie Salesforce.com musste zuletzt einen Rückschlag hinnehmen. Die Bewertung erscheint recht ambitioniert. (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Der SAP-Rivale Salesforce.com machte in den letzten Tagen mehrfach von sich reden: Erst gab es einen positiven Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr, was die Anleger erfreute und für Pluszeichen sorgte. Dann aber wurde eine Übernahmeabsicht verkündet, die den Aktienkurs auf Talfahrt schickte. In der heutigen Ausgabe möchte ich auf diese beiden Ereignisse näher eingehen.

Übernahmenachricht setzt Aktie unter Druck

Am Montagabend – während hierzulande noch Pfingsten gefeiert und in den USA eifrig gehandelt wurde – gab der Softwarehersteller Salesforce.com bekannt, sich im Analyse-Bereich verstärken zu wollen. Aus diesem Grund wird der Spezialist Tableau Software erworben. Die Bewertung des Unternehmens beträgt 15,3 Mrd. US-Dollar, der Kaufpreis wird durch Aktien beglichen. Diese Nachricht kam bei den Anteilseignern von Salesforce.com nicht gut an – die Aktie geriet deutlich unter Druck.

Geschäftszahlen wurden zuvor positiv aufgenommen

Wenige Tage vorher – Mitte der vergangenen Woche – sah es noch deutlich positiver aus. Die Geschäftszahlen und der Ausblick überraschten positiv. Im laufenden Geschäftsjahr 2019/2020 rechnet der Konzern mit einem bereinigten Gewinn je Aktie von 2,88 bis 2,90 US-Dollar. Der Umsatz soll weiter um hohe 21 bis 22% auf mehr als 16 Mrd. Dollar steigen.

Im abgelaufenen Jahr kletterten die Erlöse bereits um ein knappes Viertel auf fast 4 Mrd. US-Dollar, während der Gewinn um 14% auf knapp 400 Mio. US- Dollar klettern konnte. Die Aktionäre waren ob dieser Zahlen begeistert und sorgten für einen Kursaufschwung, der jetzt aber abrupt endete.

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Unternehmensportrait

Das amerikanische Unternehmen Salesforce.com wurde vor 20 Jahren von Marc Benioff gegründet. Er hatte die Vision, Customer-Relationship-Management (CRM, zu Deutsch Kunden-Beziehungs-Management) neu zu definieren. So war Salesforce das erste Unternehmen, das Software über die Cloud anbot. Inzwischen vertrauen mehr als 150.000 Unternehmen aller Branchen und Größen auf die Dienstleistungen des IT-Visionärs.

Ambitionierte Bewertung

Der Blick auf die Kennzahlen sorgt – neben der, auf dem ersten Blick zu teuren Übernahme – für zusätzliche Ernüchterung. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 60, verbunden mit der Tatsache, dass es keine Dividende gibt, ist die Aktie von Salesforce.com alles andere als ein Schnäppchen. Seitens der Charttechnik spricht immerhin einiges für eine Fortsetzung der seit Jahresbeginn zu beobachtenden Seitwärtsbewegung, die in einer Range zwischen 167 US-Dollar und 145 US-Dollar verläuft.

Die wesentlich günstigere Alternative: SAP

Zusammengefasst scheinen die Geschäfte der Branche weiterhin recht positiv zu laufen, wie auch der Ausblick deutlich unter Beweis stellte. Wenn Sie sich für Cloud-Aktien interessieren, empfehle ich Ihnen, auf jeden Fall auch einen näheren Blick auf die SAP-Aktie zu werfen. Hier fällt die Bewertung deutlich moderater aus.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.