Samson-Übernahme: Beteiligungsgesellschaft KKR setzt auf Öl und Gas

Analyse Stift Hand Diagramm – shutterstock_414153883 everything possible

Für 7,2 Mrd. Dollar übernimmt das amerikanische Private Equity-Haus KKR den Öl- und Gaskonzern Samson. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Mit der Übernahme des amerikanischen Öl- und Gas-Konzerns Samson, ist der zweitgrößte Private Equity-Deal 2011 perfekt.

Für insgesamt 7,2 Mrd. Dollar übernimmt die amerikanische Beteiligungsgesellschaft (Private Equity) Kohlberg Kravis Roberts (KKR) den privat gehaltenen Rohstoff-Konzern aus Tulsa.

Nur die 9,4 Mrd. Dollar schwere Übernahme von Centro Properties durch den KKR-Konkurrenten Blackstone war in diesem Jahr ein größerer Private-Equity-Deal.

Samson ist an mehr als 10.000 Öl- und Gasquellen beteiligt und betreibt davon über 4.000 selbst. Einige davon liegen im ölreichen North Dakota sowie im US-Bundesstaat Montana. Diese Regionen gelten als sehr gewinnbringend.

Beteiligungsgesellschaften stemmen Finanzierung gemeinsam

Seit Mitte 2011 ging das Volumen von Private Equity-Deals deutlich zurück. Die Schuldenkrise in Europa und unklare Wachstumsaussichten sorgten dafür, dass sich die Banken bei der Kreditvergabe zurückhielten.

Milliarden-Deals wurden zur Mangelware und wenn ein Deal finanziert wurde, dann fand er im Gesundheitssektor statt. Dieser Wirtschaftsbereich sorgt auch in Krisenzeiten für relativ stabile Geldzuflüsse (Cashflows).

Da Aktien von Übernahme-Kandidaten aus dem Gesundheitsbereich mit dem Markt gefallen waren, machte dies eine günstige Übernahme möglich. Zusammen mit dem stabilen Cashflow und guten Wachstumsperspektiven, gelten diese Deals auch jetzt noch als verhältnismäßig risikoarm und trotz Schuldenkrise als gut finanzierbar.

Hohe Anzahl an Beteiligungen macht Samson-Deal kompliziert

Wenn die Private Equity Gesellschaften aufgrund der zögerlichen Kreditvergabe nicht genug Geld zusammen bekommen haben, um einen Deal zu finanzieren, wurden meist andere Beteiligungsgesellschaften dazu genommen. Gemeinsam konnten die Firmenjäger dann auch bei großen Übernahme-Kandidaten zuschlagen.

Bei Samson holte KKR die beiden Beteiligungsgesellschaften Natural Gas Partners, Crestview Partners sowie das japanische Handelshaus Itochu zur Finanzierung hinzu.

Da Samson an über 10.000 Quellen beteiligt ist, wurden zudem mehr als 20 Geologen, Ingenieure und Übernahme-Spezialisten aus der ganzen Welt gebraucht, um einen fairen Kaufpreis zu finden.

KKR: Finanzinvestor kauft auch in Deutschland ein

KKR gehört zu den weltweit größten Private Equity-Häusern und kann auf eine 35-jährige Erfolgsstory zurückblicken. Strategie des Unternehmens ist es, eine Firma zu kaufen, effizienter zu machen und später weiterverkaufen oder an die Börse zu bringen. Ziel ist es, dies in einem Zeitraum von 6 bis 7 Jahren zu schaffen.

Die Beteiligungsgesellschaft ist auch in Deutschland aktiv und seit der Übernahme des Geldautomaten-Herstellers Wincor-Nixdorf bekannt.

In diesem Jahr kaufte KKR den Internet-Kommunikationsanbieters Versatel. (In meinem Börsendienst „Der Übernahme-Gewinner“ wird die Beteiligungsgesellschaft auch als Käufer eines weiteren deutschen Unternehmens gehandelt).

Auch bei den jüngsten Übernahme-Gerüchten um Yahoo, fiel der Name KKR. Medienberichten zufolge werden aktuell die Bücher des Internet-Riesen geprüft. Zusammen mit der Beteiligungsgesellschaft TGP Capital könnte eine Minderheitsbeteiligung erworben werden.

Wenn Yahoo übernommen wird, werden Sie die Details im Übernahme-Sensor nachlesen können.

Einkaufsstraße Japan – siriwat sriphojaroen -shutterstock_566726533

In Unternehmen investieren, die die Digitalisierung nicht verschlafenOb Start-up oder Traditionsunternehmen – wer in Firmen investieren möchte, sollte darauf achten, dass sie den Sprung ins digitale Zeitalter nicht verpassen. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.