Samsung-Aktie: Technologie-Gigant meldet Rekordgewinn

War das was werden Sie sich vielleicht fragen, wenn Sie den Kursverlauf der Samsung-Aktie studieren?

Immerhin waren vor wenigen Wochen die Medien noch voll mit Hiobsmeldungen zum Handy-Geschäft der Koreaner.

Doch der temporäre Kursrückgang von über 15% im Zusammenhang mit einer historischen Rückrufaktion von explodierenden Handys ist bereits Geschichte.

Mittlerweile haben sich die Papiere kräftig erholt und notieren auf einem neuen Rekordhoch.

Und die aktuellen Zahlen belegen, dass die medial ausgeschlachteten Probleme im Smartphone-Segment vielleicht zu heiß gekocht wurden.

Höchster Gewinn seit mehr als 3 Jahren

Denn trotz milliardenschwerer Kosten für die Handy-Panne hat die Samsung-Bilanz das abgelaufene Quartal nahezu schadlos überstanden.

Denn der koreanische Technologie-Gigant konnte von seiner breiten Aufstellung profitieren – und zwar spürbar.

Besonders die stark laufende Sparte mit Speicher-Chips und Displays trug zur erfreulichen Entwicklung bei.

Unter dem Strich kletterte der operative Gewinn auf 9,2 Bio. Won (umgerechnet 7,3 Mrd. €) – immerhin ein beeindruckender Anstieg von 50% zum vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum.

Damit erreicht Samsung zugleich das höchste Niveau seit mehr als drei Jahren und lag gut 10% über den Erwartungen der Analysten.

Beim Umsatz rechnet Samsung hingegen mit einem leichten Rückgang auf 53 Bio. Won. Die genauen Zahlen legt das Unternehmen traditionell erst zu einem späteren Zeitpunkt vor.

Samsung – viel mehr als nur Handys

Dabei hat die breite Aufstellung den Koreanern wieder einmal geholfen. Klar ist, dass die in Flammen aufgegangenen Note-7-Handys nicht nur die Reputation deutlich negativ beeinträchtigt haben.

Immerhin hat die Rückrufaktion von gut 2,5 Mio. Geräten auf Grund der brennenden Akkus auch knapp 2 Mrd. € verschlungen.

Aber Samsung ist eben nicht nur der größte Handy-Hersteller, sondern auch der weltweit größte Hersteller von Speicher-Chips und Fernseher.

Auch das Geschäft mit der neuen Bildschirm-Technik OLED dürfte laut Experten für Rückenwind gesorgt haben.

Zudem könnte auch die Schwäche der Landeswährung Won zu dem Ergebnis beigetragen haben, da Samsung traditionell den Teileverkauf in Dollar abwickelt.

Entlastung für die Konzern-Führung

Nicht nur die Anleger dürften sich über das Ergebnis gefreut haben.

Auch die Konzern-Führung hat bestimmt erleichtert durchgeatmet. Denn die Großaktionäre haben zuletzt deutlich Druck gemacht. Das Problem ist altbekannt.

Obwohl die südkoreanische Lee-Familie an den einzelnen Firmen nur geringe Anteile hält, dominiert sie den kompletten Konzern.

Aber der Widerstand wächst: Mit dem aktivistischen US-Hedgefonds Elliot Management an vorderster Front hat die Gegenbewegung ordentlich Rückenwind bekommen.

Gefordert wird nichts weniger als die Aufspaltung des Konzerns. Dabei soll das operative Geschäft an die New Yorker gebracht werden.

Die Samsung Electronics-Beteiligung soll hingegen in einer separaten Holding gebündelt werden. Diese Holding soll sich wiederum mit der börsennotierten Baufirma Samsung C&T zusammenschließen.

Denn bei dem 11 Mrd. € Umsatz schweren Konzern liegen die meisten Eigentums-Anteile der Familie Lee. Mit diesem Schritt würden die intransparenten Eigentums-Verhältnisse deutlich geordneter.

Zugleich soll Samsung einen Großteil der 62 Mrd. €, die der Konzern als Bargeld zu Seite geschafft hat, an die Anleger ausschütten.

Gewinnsteigerung für das Gesamtjahr erwartet

Ob sich die geforderten Maßnahmen durchsetzen lassen, wird sich erst noch zeigen. Für das Gesamtjahr zeigt sich der Konzern jedenfalls optimistisch.

Bei einem leichten Umsatz-Anstieg von 0,4% auf 201,5 Bio. Won wird ein Anstieg des operativen Gewinns von über 10% auf 29,2 Bio. Won angepeilt.

10. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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