Samsung-Aktie: Verkaufs-Stopp zwingt Aktienkurs kräftig in die Knie

Jahrelang kannte die Samsung-Aktie nur eine Richtung – und die zeigte deutlich nach oben;

Anleger, die den Papieren in den vergangenen zehn Jahren die Treue gehalten haben, konnten sich über Gewinne von mehr als 2.000% freuen.

Doch jetzt kommt die dynamische Aufwärts-Bewegung abrupt zum Stehen. Grund sind Qualitäts-Probleme des neusten Top-Handys der Koreaner.

Zuletzt ließ der Produktions-Stopp und eine Rückrufaktion den Aktienkurs um mehr als 10% einbrechen.

Was bedeutet die Rückrufaktion für den Konzern? Wie entwickelt sich der Wettbewerb im Smartphone-Bereich? Wie ist die Bewertung der Aktie nach dem jüngsten Kurssturz?

Weltweiter Verkaufsstopp des Top-Modells „Note 7“

Viel mehr hätte bei der Markteinführung des neuen Top-Handys von Samsung nicht schief gehen können:

Das Gerät war erst im August eingeführt worden und sollte Apples iPhone Konkurrenz machen. Anfang September folgten dann allerdings die ersten Hiobsbotschaften:

Nach Berichten von in Flammen aufgegangenen Handys musste Samsung handeln und verkündete weltweit den Austausch von bis dahin ausgelieferten 2,5 Mio. Geräten.

Einen Monat später hatte das Unternehmen den Verkauf in Südkorea wiederaufgenommen. Doch nun sind auch vermehrt Austausch-Geräte in Flammen aufgegangen.

Wegen eines qualmenden Galaxy-Modells musste letzte Woche in den USA sogar ein Flugzeug geräumt werden. Auch der angeblich verbesserte Akku war in Brand geraten.

Daraufhin nahmen einige Großkunden wie AT & T und T-Mobile  in den USA das Modell aus dem Programm. Jetzt ziehen die Koreaner mit einem weltweiten Produktions-Stopp die Notbremse.

Analysten rechnen mit Kosten-Belastung von mindestens 15 Mrd. €

Die Kosten für den Austausch und die Rückruf-Aktion sind immens. Experten gehen davon aus, dass dies den Technologie-Riesen mehr als 15 Mrd. € kosten könnte.

Sie müssen wissen: Das Top-Modell Note 7 s hat einen Verkaufs-Preis von rund 800 €. Die Firma hatte dabei einen Absatz von bis zu 19 Mio. Geräten angepeilt.

Noch viel größer als der wirtschaftliche Schaden dürfte allerdings der Image-Verlust der Koreaner sein.

Denn mit dem neuen Superhandy, dessen Verkaufsstart extra kurz vor der Markteinführung des neuen Apple-Handys gelegt wurde, wollte Samsung wieder Boden gut machen.

Jetzt ist allerdings kaum mehr vorstellbar, dass Samsung dem Note 7 überhaupt noch eine Chance gibt, nachdem auch die Ersatzgeräte explodierten.

Nur noch leichte Zuwächse erwartet

Nach dem strammen Wachstum der vergangenen Jahre flachen die Zuwächse nun deutlich ab.

Die Analysten gehen jetzt nur noch von einem Umsatzplus im niedrigen 1-stelligen Prozent-Bereich für das kommende Geschäftsjahr aus.

Auch bei den Gewinnen hält sich der erwartete Anstieg mit 3,5% stark in Grenzen.

Nach der heftigen Kurkorrektur hat sich das Bewertungs-Niveau hingegen wieder etwas relativiert: Auf Basis des aktuellen Kurses wird das Unternehmen mit dem knapp 9-Fachen der erwarteten Gewinne bewertet.

Ob die Bewertung allerdings ausreicht, um den Aktienkurs kurzfristig zu stabilisieren, ist mehr als fraglich.

Erst einmal muss die Phantasie der Anleger mit neuen Produkten im ohnehin hart umkämpften Smartphone-Markt wieder entfacht werden.

12. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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