Samsung will mit LoopPay-Übernahme Apple Konkurrenz machen

In der Smartphone-Branche stehen sich 2 große Rivalen gegenüber. Auf der einen Seite Apple mit dem Betriebssystem iOS und auf der anderen Seite Samsung mit dem Betriebssystem Android.

Nicht nur beim Betriebssystem, auch in vielen anderen Bereichen, wie Design, Spracherkennung, Kartenumfang oder Display-Größe versuchen die beiden Rivalen den Kunden vom Mehrwert ihrer jeweiligen Produkte zu überzeugen.

Häufig zeigte sich dabei, dass Apple eine technische Neuerung entwickelte und kurze Zeit später die Konkurrenz nachzog. Dies scheint sich jetzt zu wiederholen.

Im vergangenen Jahr startete Apple den Bezahlservice Apple Pay. Keine Frage, dass Samsung nicht tatenlos zuschaut, wie der Konkurrent einen Service anbietet, den man nicht selber hat.

Wenig Übernahme-Details: Aktie nach LoopPay-Übernahme unverändert

Samsung kündigte heute die Übernahme des Bezahldienstes LoopPay an, um ebenfalls einen Bezahlservice aufzubauen. Der koreanische Elektronik-Riese ist seit Sommer vergangenen Jahres bei dem amerikanischen Start Up-Unternehmen investiert und will die Technologie jetzt komplett für sich.

LoopPay ist nicht börsennotiert und über die Übernahme-Bedingungen wurde Stillschweigen vereinbart. Dies erschwert eine Beurteilung des Deals. Auch die Reaktion der Samsung-Aktie gibt keinen Aufschluss darüber, wie der Markt den Deal beurteilt.

An der Heimatbörse in Seoul schließt die Samsung-Aktie in einem unveränderten Handel mit einem leichten Plus +0,2%.

Übernahmen um verlorenen Boden wieder gut zu machen

Samsung hat im vergangenen Jahr den Druck der Investoren zu spüren bekommen, die mehr attraktive Übernahmen zur Steigerung des Unternehmenswerts oder eine höhere Ausschüttung verlangten.

Samsung kündigte daraufhin an, die Suche nach strategisch sinnvollen Übernahme-Kandidaten zu forcieren. Der Schritt ist nicht ungewöhnlich, nachdem die Koreaner im Vorjahr Boden gegenüber der chinesischen Konkurrenz und auch gegenüber Apple verloren hatten.

Samsung will hohes Marktpotenzial nutzen

Die Übernahme eines Bezahldienstes ist sicherlich keine große Überraschung. Samsung hat mitbekommen, was für Erfolge Apple seit Einführung von Apple Pay im September 2014 bereits verbuchen konnte.

Zudem gehen Marktforscher davon aus, dass allein das Volumen von Smartphone-Zahlungen auf dem US-Markt sich bis 2019 auf 37 Mrd. Dollar verzehnfacht. Wenn der Kunde per Smartphone-Schwenk zahlen will, dann muss Samsung so etwas anbieten.

Vorteil für Samsung: Technologie nach Marktreife problemlos einsetzbar

Die Story hinter LoopPay hört sich sehr vielversprechend an. Der entscheidende Vorteil von LoopPay gegenüber ApplePay liegt in der Technologie. Apple arbeitet per Nahfunk-Übertragung der Daten (NFC), LoopPay bedient sich der MST-Technologie (Magnetic Secure Transmission).

Bei dieser Technologie wird das Durchziehen der Kreditkarte – also die Datenübertragung – am Zahlungsterminal durch Veränderung des Magnetfelds simuliert.

Der Vorteil: Es muss kein komplett neues Händlernetz aufgebaut werden. Angabengemäß soll die Technologie bei 90% der Zahlungsterminal funktionieren. Das Ganze hat zwar noch keine Marktreife, doch Samsung und LoopPay arbeiten mit Hochdruck an der Einführung.

Am 1. März präsentiert Samsung in Barcelona mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit sein neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S6. Dann wird es spannend, was die Koreaner zur mobilen Bezahlmöglichkeit sagen werden.

Gut möglich, dass es eine faustdicke Überraschung gibt, die zeigt, dass die LoopPay-Übernahme für das Unternehmen sehr lukrativ ist.

19. Februar 2015

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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