Sand im Logistiker-Getriebe

Waren und Güter müssen weltweit verfügbar sein. Die Globalisierung hat den Austausch von Informationen zu einem Kinderspiel gemacht.

Preise und Produkt-Eigenschaften? Mit wenigen Klicks sausen diese Infos um den Erdball. Nur der eigentliche Handel läuft nicht auf der Datenautobahn ab.

Hier sind Logistiker gefragt, um Abläufe so gut es geht zu synchronisieren, um den Güterverkehr den neuen Anforderungen der Kunden anzupassen. Eine zentrale Rolle kommt dem Schiffsverkehr zu.

Vor allem preiswerte Produkte und Grundstoffe sind darauf angewiesen, dass sich der Transport rechnet.

In den Schiffsbäuchen der Container-Riesen ist das möglich. Aktien wie die von Hamburger Hafen sollten eigentlich profitieren, oder doch nicht?

Schwache Wirtschaftslage belastet

Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) ist ein Hafenlogistik-Unternehmen. Der Konzern untergliedert seine Geschäfts-Tätigkeit in die Segmente Hafen-Logistik und Immobilien. Das Segment Container ist das umsatzstärkste.

Es bewältigt den größten Teil der Standard-Container (Twenty-foot Equivalent Unit, TEU), die im Hamburger Hafen umgeschlagen werden. Die HHLA-Aktie ist seit dem 2.11. 2007 an der Börse notiert.

Die anhaltend schwierigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingungen, denen die HHLA gegenübersteht, machen sich mittlerweile deutlich bemerkbar.

Das operative Ergebnis (EBIT) sank in den ersten 9 Monaten um 5,6% auf 123,9 Mio. €. Mit 4,2% fiel der Rückgang der Umsatz-Erlöse etwas niedriger aus. Sie summierten sich auf 868,9 Mio. €.

Der Container-Umschlag der Terminals in Hamburg und Odessa reduzierte sich um 11,8% auf 5,0 Mio. Standard-Container (TEU). Diesem Rückgang steht ein weiterhin erfreulicher Anstieg der Container-Transporte im Hinterland gegenüber.

Jedoch konnten die Zuwächse um 2,4% auf 996 Tsd. TEU den Rückgang des Container-Umschlags an den Terminals in Hamburg und Odessa nicht vollständig kompensieren.

Lassen Sie die Finger weg von der HHLA!

Die HHLA reagiert auf die derzeitige Situation mit der kritischen Überprüfung ihrer Investitions-Vorhaben.

Unabhängig davon werden die Container-Terminals in Hamburg für die voranschreitende Schiffsgrößen-Entwicklung weiterhin optimiert. Die Anlagen und Prozesse werden automatisiert und flexibler gestaltet.

Auch in den Ausbau des Hinterland-Netzwerks wird bedarfsgerecht investiert.

Denn die erfreuliche Entwicklung des Segments mit der Verdoppelung des EBIT bestätigt die strategische Entscheidung der HHLA, dieses Segment als solides und gleichwertiges Standbein neben das Segment Container zu stellen und weiter auszubauen.

Aufgrund der schwachen und rückläufigen Mengen-Entwicklung im Segment Container haben wir unsere Prognose für 2015 nach unten angepasst.

Wir erwarten noch keine durchschnittliche Kursentwicklung. Lassen Sie von dieser Aktie daher besser die Finger weg!

6. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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