Sanofi schnappt sich Principia Biopharma

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Der französische Pharma-Riese Sanofi will Principia Biopharma für 3,7 Mrd. Dollar kaufen. Die Übernahmeprämie soll die Umstrukturierung des Konzerns vorantreiben. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Nachdem ich Sie gestern über das Scheitern der Quiagen-Übernahme informiert habe, kann ich Ihnen heute über eine weitere Übernahme aus dem Biotech-Branche berichten, die bessere Erfolgsaussichten hat:

Der französische Pharma-Riese Sanofi SA (französisch für Société Anonyme; deutsch: Aktiengesellschaft) will den wesentlich kleineren US-Mitbewerber Principia Biopharma Inc. (englisch für Incorporation; deutsch: Gesellschaft/Unternehmen) übernehmen.

So gaben beide Unternehmen gestern in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt, dass sie sich auf eine Übernahmevereinbarung geeinigt haben. Darin hat sich Sanofi bereit erklärt, für jede ausstehenden Principia-Aktie 100,00 US-Dollar (USD) in bar zahlen zu wollen.

Megadeal mit mittelmäßiger Prämie

Insgesamt sind die Franzosen somit gewillt, rund 3,68 Mrd. USD auf den Tisch zu blättern. Dies entspricht einer Übernahmeprämie von 10% im Vergleich zum freitäglichen Schlusskurs der Principia-Papiere von 90,74 USD.

Wenn Sie meinen Newsletter schon länger lesen, werden Sie wissen, dass gerade im Biotech- und Pharmabereich häufig deutlich höhere Zuschläge gezahlt werden. Prämien von 50 – 100% sind hier nichts Ungewöhnliches.

Ausweitung der F&E-Kapazitäten und des Produktportfolios

Sanofi betont, dass es durch die Übernahme von Principia seine Forschungs- und Entwicklungskapazitäten (F&E) in den Bereichen Autoimmun- und allergische Erkrankungen deutlich ausbauen wird.

“Diese Übernahme treibt unsere laufende F&E-Transformation voran, um die Entwicklung der vielversprechendsten Medikamente zu beschleunigen, mit denen ein erheblicher Patientenbedarf gedeckt werden kann”, so Paul Hudson, Chief Executive Officer (CEO) von Sanofi.

Durch den Kauf erhält Sanofi den Zugriff auf die von Principia entwickelten BTK-Hemmer, die zur Bekämpfung von Multipler Sklerose eingesetzt werden und bisher von Sanofi lizensiert waren.

Übernahme unterstützt Umstrukturierung bei Sanofi

Die Übernahme soll auch den Umstrukturierungsprozess, den der französische Pharma-Konzern aktuell vollzieht, voranbringen. Sanofi setzt verstärkt auf die Biotechsparte mit Medikamenten gegen Multiple Sklerose, Krebs, Autoimmunerkrankungen und die Bluterkrankheit.

Aus traditionellen Bereichen, wie z. B. der Diabetes-Behandlung, zieht sich das französische Unternehmen dagegen mehr und mehr zurück. Insbesondere die günstigeren Nachahmerprodukte führen in diesen Bereichen dazu, dass sich das Geschäft dort für Sanofi nicht mehr lohnt.

Sanofi auf Einkaufstour

Der französische Pharmakonzern ist bekannt für seine spektakulären Zukäufe. So hat Sanofi in 2018 den US-amerikanischen Hämophilie-Spezialisten Bioverativ für stolze 11,6 Mrd. USD geschluckt. Im Dezember 2019 folgte das kalifornische Biotech-Unternehmen Synthorx, dass Sanofi für rund 2,5 Mrd. USD übernommen hat.

Auf die jetzt angekündigte Übernahme reagierten die Börsen bisher verhalten positiv. Der Kurs der Sanofi-Papiere legte am Montag um +1,46% zu und stieg an der Euronext Paris auf 86,51 Euro. Diese positive Tendenz zeigt, dass Anleger die Übernahme als einen positiven Schritt im Rahmen des Umstrukturierungsprozesses begrüßen.

Die Aktien der Principia Biopharma Inc. stiegen am Montag an der New Yorker Nasdaq um +0,61% auf 82,50 Euro (98,17 USD) und lagen damit nur noch leicht unter dem Angebotspreis. Investoren gehen also von einer problemlosen Übernahme aus.

So geht es weiter

Das Übernahmeangebot soll noch bis Ende dieses Monats an die Aktionäre weitergeleitet werden. Wenn nach den Aktionären auch noch die Behörden grünes Licht für die Übernahme geben, rechnet Sanofi damit, dass die Übernahme noch im vierten Quartal 2020 abgeschlossen werden kann. Nach Abschluss der Übernahme wird Principia mit einer hundertprozentigen Tochtergesellschaft von Sanofi fusionieren.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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