SAP-Aktie: Softwareriese liefert robuste Zahlen und traut sich höhere Prognose zu

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Der Softwareriese SAP steht trotz robuster Zahlen und höherem Ausblick unter Druck. Warum? (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Erwartungen der Anleger waren hoch. Immerhin kletterten die SAP-Papiere seit März um gut 20% und markierten bei 105 Euro den höchsten Stand der kompletten Firmengeschichte. Mit einer Marktkapitalisierung von 128 Milliarden Euro ist der Softwareriese der mit Abstand wertvollste DAX-Konzern. Siemens folgt mit einem gehörigen Abstand von 28 Milliarden Euro in der Rangliste. Die Pole-Position ist SAP momentan wohl kaum zu nehmen, auch wenn die gerade vorgelegten Ergebnisse für einen kleinen Kursdämpfer gesorgt haben.

Weltweit führender Softwarekonzern

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen den Walldorfer Konzern noch im Detail vorstellen. SAP zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Unternehmenssoftwarelösungen, die die verschiedenen Prozesse innerhalb der Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg organisieren. Dabei umfasst das Portfolio Geschäftsanwendungen für große und mittelständische Betriebe sowie Standardlösungen für kleine und mittelgroße Firmen.

Darüber hinaus unterstützt SAP mit branchenspezifischen Lösungen Kernprozesse in den Industriezweigen Handel, Finanzen, High-Tech, im Gesundheitswesen und öffentlichen Verwaltungen. Das Flaggschiff des Konzerns stellt dabei die SAP Business-Suite dar, die auf die jeweiligen Anforderungen und Geschäftsziele exakt zugeschnitten werden kann. Basis dieser Anwendung ist die von SAP entwickelte Datenbanktechnik Hana, bei der Daten nicht mehr auf der Festplatte, sondern im Arbeitsspeicher abgelegt werden und so schneller zur Verfügung stehen.

Beeindruckende Erfolgsgeschichte

Mit seiner einzigartigen Positionierung schrieb SAP ein Stück deutsche Erfolgsgeschichte. Seit 2003 kletterten die Erlöse von 7 auf zuletzt 23,46 Milliarden Euro in die Höhe. Ebenso stark verbesserten sich die Gewinne von 1,07 auf 4,01 Milliarden Euro. Dabei sind die Gewinnmargen robust. Zuletzt lag die Gewinnmarge bei 17,13% und damit auf dem höchsten Niveau seit 2014.

SAP Dank Cloud-Geschäft in der Champions League

Mittlerweile gehören die Walldorfer zu den fünf größten Softwarefirmen weltweit. Insgesamt hat SAP mehr als 400.000 Kunden in 25 Branchen und in rund 200 Ländern. Die wichtigsten Wettbewerber sind Oracle, Salesforce, IBM und Microsoft. Seit geraumer Zeit hat sich SAP auch im Wachstumsmarkt des Cloud-Computing positioniert.

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Kurz zur Erklärung: Beim Cloud-Computing nutzen Unternehmen Programme, Rechenleistung und Speicherplatz aus dem Datenzentrum eines IT-Anbieters wie Amazon, Microsoft oder eben SAP.  Zwar ist der Bereich nicht so margenstark, dafür liefert er weiterhin hohe Zuwachsraten.

Gewinn steigt um 8%

Alleine im zweiten Quartal erhöhten sich die Umsätze im Cloud-Geschäft um 40%. Für den Rückenwind sorgten nicht zuletzt die getätigten Übernahmen. Sie müssen wissen: Im April hat SAP den Softwarespezialisten Callidus für 2,4 Milliarden Dollar geschluckt.

Unter dem Strich erhöhten sich die Umsätze trotz Gegenwind durch den starken Euro um 4% auf knapp 6 Milliarden Euro. Beim Gewinn blieben insgesamt 720 Millionen Euro und damit gut 8% mehr hängen als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Jahresprognose nach oben geschraubt

Nach einem starken ersten Halbjahr schraubt der Softwarekonzern auch seine Prognose für das Gesamtjahr nach oben. Der Umsatz soll um 6 bis 7,5% auf 24,98 bis 25,3 Milliarden Euro ansteigen. Besondere Planungssicherheit gibt dem Konzern der weiterhin hohe Anteil im Lizenzgeschäft und bei den Abogebühren. Aktuell liegt der Anteil der planbaren Erlöse immerhin bei 68% und damit ausgesprochen hoch. Ab diesem Jahr stellt die Konzernführung auch wieder eine mögliche Steigerung der Gewinnmargen in Aussicht.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.