SAP: Ende der Doppelspitze missfällt Anlegern

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Die gestrigen SAP-Zahlen brachten keine große Überraschung. Das Ende der Doppelspitze – nach nur 6 Monaten – hingegen schon. (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Es geht also doch – Gewinne trotz Coronakrise einzufahren. Auch dann, wenn man nicht im Medizinsegment tätig ist. Wie SAP gestern mit seinen Ergebnissen unter Beweis gestellt hat, läuft es auch im Cloud-Sektor weiterhin rund. Allerdings zeigten sich die Anleger von einer wichtigen Personalentscheidung irritiert.

Gewinn im ersten Quartal

Nachdem im vergangenen Jahr – erstmals nach 17 Jahren – ein Quartalsverlust vermeldet wurde, sieht es zu Beginn dieses Jahres deutlich besser aus: So verdiente Europas größter Softwarehersteller im Zeitraum Januar bis März 811 Mio. Euro. 2019 ist es im gleichen Zeitraum zu einem Verlust in Höhe von 108 Mio. Euro gekommen, da viel Geld in einen nachhaltigen Stellenabbau investiert wurde.

Gegenüber den vorläufigen Zahlen, die bereits vorgelegt wurden, änderte sich nichts: So stieg der Umsatz um 7% auf 6,5 Mrd. Euro, das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte aber nur dank Wechselkurseffekten um 1% auf 1,48 Mrd. Euro.

Jahresprognose wurde bereits nach unten korrigiert

An der korrigierten Jahresprognose hat sich ebenfalls nichts geändert: So wird in diesem Jahr währungsbereinigt nur noch ein Umsatzanstieg auf 27,8 bis 28,5 Mrd. Euro prognostiziert. Vor Corona lag diese Prognose noch bei mehr als 29 Mrd. Euro. Beim um Sonderposten bereinigten Betriebsergebnis (Non-IFRS) werden nun währungsbereinigt 8,1 bis 8,7 Mrd. Euro in Aussicht gestellt. Zuvor waren bis zu 9,3 Mrd. Euro prognostiziert worden.

Verkauf von Unternehmenssparte?

Bereits Mitte des Monats wurde bekannt, dass SAP möglicherweise die Sparte, die Software-Lösungen für Mobilfunk-Betreiber anbietet, verkaufen möchte. Der Bereich, der bei SAP nicht zum Kerngeschäft gehört, geht auf das Unternehmen Mobile 365 zurück.

Aus Anlegersicht ist dies positiv zu bewerten. Zum einen würde ein Verkauf Geld in die Kasse spülen, zum anderen kommt der Fokus auf das Kerngeschäft i.d.R. gut an der Börse an.

Überraschendes Ende der Doppelspitze setzt Aktie unter Druck

Allerdings gab es noch eine weitere Meldung, die bei den Anlegern gestern nicht gut ankam: Die seit erst sechs Monaten amtierende Co-Chefin Jennifer Morgan wird Ende April aus dem Unternehmen ausscheiden und Christian Klein den Konzern dann allein führen. Eine richtige Begründung für diese Entscheidung wurde allerdings nicht gegeben. Das verunsicherte so manchen Börsianer und setzte die Aktie gestern unter Druck.

SAP dürfte gut durch die Krise kommen

Auch wenn die Unsicherheiten durch die anhaltende Pandemie noch ein wenig andauern werden und möglicherweise die Prognosen erneut revidiert werden müssen, zeigt sich, dass SAP relativ gut durch die Krise kommen dürfte. Die Anleger quittierten zwar die neuesten Unternehmensnachrichten mit Abschlägen. Es ist aber davon auszugehen, dass sich die Aktie schon bald wieder fangen kann.

Das Cloud-Geschäft dürfte auch in den nächsten Jahren das Wachstum der Walldorfer antreiben. Ich gehe davon aus, dass SAP seinen Status als Deutschlands wertvollstes Unternehmen auf lange Sicht weiter ausbauen wird.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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