SAP gewinnt Vertrauen zurück

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Die SAP-Aktie befindet sich nach dem herben Kursrücksetzer im Herbst auf Erholungskurs. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Es schien so, als habe SAP Ende Oktober unendlich viel Vertrauen bei den Anlegern verloren. Die Geschäftszahlen fielen enttäuschend aus und die Prognose für das Geschäftsjahr wurde nach unten angepasst. Inzwischen hat sich die Lage aber wieder deutlich beruhigt – die Anleger kehren erwartungsvoll zu SAP zurück.

Prognosen nach unten geschraubt

Was war das für ein Schock Ende Oktober: Das Unternehmen gab bekannt, einen Umsatzrückgang in diesem Jahr zu erwirtschaften und auch der operative Gewinn sollte nicht mehr so hoch ausfallen wie zuletzt geplant. Die ambitionierten Mittelfristziele für die Profitabilität 2023 wurden somit auch revidiert – wir berichteten darüber ausführlich.

Das Ergebnis an der Börse war ein deutlicher Kursrutsch – doch nun scheint es, als helle sich der Börsenhimmel über SAP wieder deutlich auf. Hintergrund sind die neuen Details zum geplanten Börsengang der US-Tochter Qualtrics. Diese Ankündigung sorgte für einen Höchststand seit Oktober bei der SAP-Aktie. Nachdem die Papiere Anfang November noch unter 90 Euro notierten, ist der Kurs wieder deutlich in die dreistelligen Kursregionen vorgerückt. Und ein Ende dieser Aufwärtsbewegung scheint nicht in Sicht zu sein.

Die Neuigkeit des Börsengangs des Anbieters von Marktforschungssoftware an der US-Tech-Börse Nasdaq ist zwar keine ganz große Überraschung – diese Möglichkeit wurde bereits im Juli angekündigt – doch der Zeitpunkt und das Umfeld – so zeigt sich die Nasdaq von der starken Seite und eilt von Rekord zu Rekord – scheinen den Anlegern zu gefallen.

Börsengang einer US-Tochter rückt näher

Auch erste Einzelheiten wurden mitgeteilt: So soll es zwei Aktiengattungen von Qualtrics geben. Während die Aktiengattung A an Investoren gehen soll, bleiben die B-Aktien und damit die Mehrheit bei SAP. Allerdings ist noch nicht bekannt, wie viele Aktien ausgegeben werden. Dafür ist aber der angestrebte Preis bekannt: Die Aktien sollen den Anlegern für 20 bis 24 US-Dollar pro Stück angeboten werden.

Und noch ein Fakt ist erwähnenswert: SAP-Aufsichtsratschef Hasso Plattner zeigte Weitsicht. Nach dem Kursrutsch kaufte er Anteilsscheine von SAP in der Größenordnung von rund 250 Mio. Euro. Damit sollte das Vertrauen der Anleger gesichert werden. Inzwischen kann sich Plattner neben dem wiedererlangten Vertrauen der Anleger noch über einen satten Kursgewinn freuen.

Kennziffern im Lot

Mit einem zu erwartenden Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für 2021 von rund 26 und einer Dividendenrendite von mehr als 1,5% erscheint die Aktie auch aus diesem Blickwinkel attraktiv. Andere Cloud-Boom-Gewinner werden jedenfalls mit wesentlich höheren Bewertungen gehandelt.

Auch wenn für dieses Jahr das Minus der Aktie insgesamt noch bei mehr als 10% liegt, dürfte sich die jüngste Aufwärtsbewegung weiter fortsetzen. Das Vertrauen der Anleger hat SAP jedenfalls (vorerst) zurückgewonnen. Aber natürlich muss dieses auch mit besseren Zahlen bestätigt werden.

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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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