SAP mit Paukenschlag dank boomenden Cloud-Geschäft

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Die SAP-Aktie legte gestern einen 12%-Kurssprung hin. Die starken Zahlen zeigen: Beim Cloud-Geschäft ist SAP auf dem richtigen Weg. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Mit 12% war die Aktie von SAP neben Wirecard gestern der große Tagesgewinner im DAX. Von Wirecard sind wir solche Kursausschläge in den vergangenen Wochen gewohnt, für andere DAX-Werte sind zweistellige Prozentgewinne eine Seltenheit.

Den Grund für die Euphorie lieferten die starken Quartalszahlen. Und dass, obwohl SAP einen operativen Verlust vermeldete. Aber die Ergebnisse zeigen klar: SAP liegt mit seinem Fokus auf das wachstumsstarke Cloud-Geschäft goldrichtig.

Cloud-Geschäft sorgt für hohes Wachstum

SAP meldete für das 1. Quartal einen Umsatzanstieg um 16% auf 6,1 Mrd. Euro. Das ist an sich schon ein starker Wert, aber noch wesentlich beeindruckender fällt der Cloud-Umsatz von 1,56 Mrd. Euro aus – ein sattes Wachstum von +45%.

Restrukturierungskosten können den Anlegern die Laune nicht verderben

Wie erwartet sorgte der Konzernumbau für ein operatives Minus: SAP setzte die Kosten für die Restrukturierung im 1. Quartal auf 886 Mio. Euro an. Dies führte dazu, dass ein operativer Verlust von 108 Mio. Euro anfiel, nach 708 Mio. Gewinn im Vorjahresquartal.

Daran störten sich die Anleger jedoch nicht, zumal SAP für das Gesamtjahr einen operativen Gewinn ankündigte.

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Starke Langfrist-Perspektiven für das Cloud-Geschäft

In Anbetracht des enormen Wachstums des Cloud-Geschäft wird die auf den ersten Blick recht optimistische Langfrist-Prognose von SAP greifbar: Bis 2023 will SAP den Umsatz mit Cloud-Lösungen im Vergleich zu 2018 auf 15 Mrd. Euro verdreifachen. Der Konzernumsatz soll dann auf über 35 Mrd. Euro steigen.

SAP-Chef McDermott verfolgt die richtige Strategie

SAP-Chef Bill McDermott musste zuletzt für seine konsequente Cloud-Strategie einige Kritik einstecken. Aber mit diesen Klasse-Zahlen hat er die richtigen Argumente auf seiner Seite. Der Amerikaner drückt bei der Cloud aufs Gaspedal – um mit der (großen) US-Konkurrenz Schritt zu halten. Bis 2023 will McDermott den Börsenwert von SAP zudem verdoppeln. Auch hier geht es nach dem gestrigen Tag in die richtige Richtung.

Bei der Bewertung hat SAP im Vergleich zur US-Konkurrenz noch Luft nach oben

Mit einer Marktkapitalisierung von 140 Mrd. Euro ist SAP mit deutlichem Vorsprung der wertvollste deutsche Konzern. Zu Recht – wie ich finde. Und im Vergleich zur US-Konkurrenz sehe ich SAP als günstig bewertet an.

Dazu ein Rechenbeispiel: Zahlreiche reine US-Cloud-Werte, die weniger stark wachsen als die Cloud-Sparte von SAP, werden derzeit mit dem 10- bis 20-Fachem des Jahresumsatzes bewertet. Setzt man den Mittelwert von 15 für SAP an, so erhält man einen Wert von 105 Mrd. Euro allein für die Cloud-Sparte von SAP (die 30% des Umsatzes ausmacht). Die restlichen 35 Mrd. Euro Börsenwert von SAP würden dann auf die 16 Mrd. Jahresumsatz außerhalb der Cloud entfallen – eine sehr niedrige Bewertung.

Daher sehe ich für die SAP-Aktie noch einiges Potenzial nach oben. Der gestrige Tag könnte der Startschuss für eine Aufholjagd gegenüber der US-Konkurrenz sein, zumal das neue Allzeithoch ein starkes charttechnisches Kaufsignal generiert hat.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.