SAP nach dem Zahlen-Schock

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Die Aktie von SAP hat nach den Quartalszahlen an Boden verloren. An den langfristig starken Perspektiven hat sich jedoch nichts geändert. (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Im Gegensatz zu vielen US-Cloud-Werten fehlt SAP bei den Quartalszahlen die Konstanz. Regelmäßig wechseln sich hier starke und schwächere Quartalsergebnisse ab. 2019 macht hier keine Ausnahme: Auf das bärenstarke 1. Quartal folgte ein (leicht) enttäuschendes 2. Quartal. Die harsche Reaktion der Anleger scheint mir allerdings überzogen, denn die langfristigen Wachstumsperspektiven bleiben exzellent.

Quartalszahlen: Gewinnmargen können Anleger nicht überzeugen

Vom Umsatz her waren die SAP-Zahlen ordentlich. Europas führender Softwarekonzern steigerte seinen Umsatz um 11% auf 6,6 Mrd. Euro. die Cloudsparte legte sogar um satte +40% zu.

Aber es haperte bei der Gewinnmarge, die entgegen der allgemeinen Erwartung stagnierte. Als Grund gab SAP ebenfalls eine schlechtere Geschäftsentwicklung in Asien sowie höhere Kosten für Mitarbeitervergütungen (bei starker Kursentwicklung der Aktie wird die aktienbasierte Vergütung teurer) an. Auch wenn das Margenziel nur knapp verfehlt wurde, kam es zu einem deutlichen Kursrücksetzer bei der SAP-Aktie.

Analysten bleiben trotzdem optimistisch

Rückenwind gab es für SAP sogleich von Analystenseite. Zahlreiche Analysten äußerten sich positiv und verwiesen auf die mittel- bis langfristig weiterhin exzellenten Aussichten sowie auf die im Vergleich zur US-Konkurrenz günstigere Bewertung der SAP-Aktie.  

Starke Langfrist-Perspektiven für das Cloud-Geschäft

In Anbetracht des enormen Wachstums des Cloud-Geschäft wird die optimistische Langfrist-Prognose von SAP nicht in Frage gestellt: Bis 2023 will SAP den Umsatz mit Cloud-Lösungen im Vergleich zu 2018 auf 15 Mrd. Euro verdreifachen. Der Konzernumsatz soll dann auf über 35 Mrd. Euro steigen. Das ist schon eine Hausnummer.

SAP-Chef McDermott verfolgt die richtige Strategie

SAP-Chef Bill McDermott musste in der Vergangenheit für seine konsequente Cloud-Strategie einige Kritik einstecken. Der Amerikaner drückt bei der Cloud aufs Gaspedal – um mit der (großen) US-Konkurrenz Schritt zu halten.

Bis 2023 will McDermott den Börsenwert von SAP zudem verdoppeln. Dafür müsste SAP allerdings etwas mehr Konstanz bei den Quartalszielen bieten und die Marge in den Griff bekommen.

Für langfristige Anleger ist SAP einen näheren Blick wert

Aus meiner Sicht ist die starke Fokussierung mancher Anleger und Analysten auf die Gewinnmarge übertrieben. Im Wachstumsmarkt Cloud steht für mich aktuell die Gewinnung von möglichst hohen Marktanteilen an erster Stelle. Jetzt werden die Stücke vom Kuchen verteilt und da muss SAP zugreifen, wenn man weiterhin im Konzert der großen Cloud-Player mitspielen will. Die Gewinnmarge kann hingegen später immer noch optimiert werden.

Daher fällt der Kursrücksetzer nach den Zahlen für mich zu hoch aus. Auf dem aktuellen Niveau ist die SAP-Aktie für langfristig orientierte Anleger auf jeden Fall einen näheren Blick wert.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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