SAP: Solide Geschäftszahlen und Milliarden-Deal

SAP gab heute solide Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 bekannt, doch der Fokus lag auf der 2,4 Mrd. Dollar schweren Callidus-Übernahme (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Der deutsche Software-Riese SAP hat heute die Berichtssaison im DAX eröffnet. Die Zahlen für das Geschäftsjahr 2017 blieben zwar beim Umsatz (+6%) und beim operativen Ergebnis (+2%) leicht hinter den Erwartungen der Analysten zurück.

Doch der Gewinnanstieg um 12% auf 4,06 Mrd. Euro dank einer Steuergutschrift sorgte für eine positive Überraschung.

Für das neue Geschäftsjahr sind die Walldorfer optimistisch. Nachdem die Marge bereits im vierten Quartal leicht auf 34,7% zulegte, soll sich die Gewinnspanne auch in 2018 konstant verbessern. Operativ könnte dann ein Gewinnanstieg von 10% gelingen auf 7,45 Mrd. Euro gelingen (Vorjahr: 6,77 Mrd. Euro).

SAP übernimmt Callidus für 2,4 Mrd. Dollar

SAP gab nicht nur solide Geschäftszahlen und einen verheißungsvollen Ausblick bekannt, sondern kündigte auch eine Milliarden-Übernahme an. Für 2,4 Mrd. Dollar will der Software-Konzern das US-Unternehmen Callidus Software übernehmen.

Callidus ist ein weltweit führendes Unternehmen im Bereich cloudbasierte Vertriebs-, Marketing-, Lern- und Kundenerfahrungslösungen. Die Angebotspalette ergänzt das SAP-Portfolio in wesentlichen Punkten und soll die Position im wichtigen Absatzmarkt Nordamerika besonders gegenüber Konkurrent Salesforce verbessern.

Umsätze aus der Cloudsparte soll 2018 um bis zu ein Drittel wachsen

SAP hat im Cloudbereich bereits hohe Investitionen getätigt (Ariba, Concur, SuccessFactors) und bleibt seiner Linie mit der Callidus-Übernahme treu. Wie strategisch wichtig die Investitionen in dem Bereich sind, zeigen die Geschäftszahlen.

Während das klassische Lizenzgeschäft schrumpft, stiegen die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft. Die Führungsspitze geht nach neuen Bestellungen davon aus, dass 2018 die Umsätze der Cloudsparte um bis zu einem Drittel zulegen werden.

Markt erwartet reibungslosen Deal

SAP plant den Abschluss der Callidus-Übernahme bereits im zweiten Quartal dieses Jahres. Neben den üblichen Behördengenehmigungen müssen auch die Aktionäre dem Deal noch zustimmen.

Da das Callidus-Management der Transaktion zustimmte und die Annahme der Offerte empfiehlt, dürfte die Deal-Genehmigung nur Formsache sein, zumal SAP auch mit einer Übernahme-Prämie von 21% auf den Aktienkurs lockt.

Auch Investoren erwarten einen reibungslosen Deal. Zur Handelseröffnung notiert die Callidus Software-Aktie nur minimal unter dem von SAP gebotenen Preis von 36 Dollar.

SAP-Investoren reagieren auf Zahlen- und Übernahme-Bekanntgabe mit Verkäufen

Die Interpretation, wie die SAP-Investoren den Deal bewerten, ist heute schwierig. Am Nachmittag notiert die Aktie etwa 2% leichter, doch der Aktienmarkt notiert zum gleichen Zeitpunkt ebenfalls deutlich im Minus (-1%).

Zudem hat SAP die Erwartungen leicht verpasst was ebenfalls auf die Stimmung drückte.

Strategisch betrachtet ist die Übernahme jedenfalls sehr sinnvoll. Das ursprüngliche Stammgeschäft weicht dem Cloud-Geschäft und das Management muss auf die veränderten Marktgegebenheiten reagieren. Das kostet zwar anfangs Geld, doch langfristig sollten sich die Investitionen bezahlt machen.

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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