SAP stärkt sich mit Übernahme im CRM-Geschäft

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SAP: Softwaregigant stärkt sein CRM-Geschäft mit gezielter Übernahme. Anleger warten gespannt auf Qualtrics-Börsengang (Foto: josefkubes / shutterstock.com)

Die Walldorfer Softwareschmiede SAP bleibt weiter auf der Überholspur. Dazu trägt nicht nur das organische Wachstum, sondern auch gezielte Übernahmen bei. Erst vor wenigen Tagen ging ein Zukauf über die Nachrichtenticker: Der Softwarekonzern will Emarsys schlucken und sich damit einen cloudbasierten Anbieter einer Plattform zum Management der Kundenbeziehungen einverleiben.

SAP im Portrait

SAP zählt weltweit zu den führenden Anbietern von Unternehmenssoftwarelösungen, die die verschiedenen Prozesse innerhalb der Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg organisieren. Das Portfolio umfasst Geschäftsanwendungen für große und mittelständische Betriebe sowie Standardlösungen für kleine und mittelgroße Firmen.

Darüber hinaus unterstützt SAP mit branchenspezifischen Lösungen Kernprozesse in den Industriezweigen Handel, Finanzen, High-Tech, im Gesundheitswesen und öffentlichen Verwaltungen. Das Flaggschiff des Konzerns stellt dabei die SAP Business-Suite dar, die auf die jeweiligen Anforderungen und Geschäftsziele exakt zugeschnitten werden kann. Basis dieser Anwendung ist die von SAP entwickelte Datenbanktechnik Hana, bei der Daten nicht mehr auf der Festplatte, sondern im Arbeitsspeicher abgelegt werden und so schneller zur Verfügung stehen.

Zukauf soll Cloud-Geschäft voranbringen

Der Softwarekonzern SAP arbeitet trotz des avisierten Börsengangs der Tochter Qualtrics weiter daran, das Angebot von Software zum Management der Kundenbeziehungen (CRM) weiter auszubauen. Vor diesem Hintergrund ist die jüngste Übernahme zu sehen. Das Objekt der Begierde, Emarsys, ist eine private Firma mit Sitz in Wien, die längst aus dem Start-Up-Stadium raus ist.

Emarsys bietet eine Cloud-basierte Omnichannel-Kundenbindungs- und Marketing-Plattform, die es ermöglicht, dass Unternehmen effektiver und persönlicher mit ihren eigenen Kunden in Kontakt treten können. SAP verspricht sich von der Portfolioerweiterung künftig eine sehr stark personalisierte Kontaktaufnahme mit Endkunden in Echtzeit – über alle Kommunikationskanäle hinweg, z.B. E-Mail, Mobilgeräte, soziale Netzwerke, SMS und das Internet.

Emarsys mit breitem Kundenportfolio

Inzwischen beschäftigt das im Jahr 2000 gegründete Unternehmen mehr als 800 Mitarbeiter in 13 Niederlassungen rund um den Globus. Insgesamt bedient Emarsys über 1.500 Kunden, darunter namhafte Firmen wie Puma, Sky und Bugatti.

Zuletzt erwirtschaftete der Konzern einen Jahresumsatz von rund 94 Millionen Dollar. Angaben zum Kaufpreis machten beide Unternehmen leider nicht. Der Deal soll, sofern die Aufsichtsbehörden keine Einwände haben, bis zum Jahresende in trockene Tücher gebracht werden.

SAP mit starker Entwicklung im Corona-Quartal

Auch ohne Übernahme konnte der Softwareriese zuletzt mit grundsoliden Zahlen bei seinen Anlegern punkten. Im zweiten Quartal kletterte der Umsatz um 2% auf 6,74 Milliarden Euro. Bemerkenswert: Der Anteil der planbaren Umsätze an den gesamten Umsatzerlösen stieg im zweiten Quartal um 5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr auf 73%.

Auch auf der Margenseite sah es gut aus: So konnte die operative Marge deutlich um 1,8 Prozentpunkte auf 29,1% gesteigert werden. Unter dem Strich blieb ein Nettogewinn von 866 Millionen Euro hängen. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal waren es 569 Millionen Euro.

Warten auf den Qualtrics-Börsengang

Unterdessen hat SAP den Börsengang der US-Tochter Qualtrics auf den Weg gebracht. SAP hatte Qualtrics vor etwa zwei Jahren für acht Milliarden Dollar gekauft. Nachdem Qualtrics in 2019 ein Cloud-Umsatzwachstum von 40% erreichten konnte, soll der Börsengang nun das Wachstum beschleunigen. SAP will weiterhin Mehrheitsaktionär bleiben. Wir dürfen gespannt sein, mit welcher Bewertung der auf Marktforschungs- und Umfragedaten spezialisierte Anbieter den Sprung aufs Parkett erfolgen wird.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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