SAP und Oracle, die ewigen Rivalen

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Mit SAP auf Platz vier, kapp hinter Oracle, gehört ein deutsches Unternehmen zu den Top 10 der weltweit größten Software-Hersteller. (Foto: photobyphm / Shutterstock.com)

Im 2. Quartal hat sich das Geschäft bei Oracle mit leistungsstarken Firmenrechnern zwar etwas aufgehellt, doch dafür liefen die Geschäfte mit Software nicht so wie erwartet.

Hier stagnierten die wichtigen Einnahmen durch neue Lizenzen sowie Abonnements fürs Cloud Computing. Lediglich Wartung und Updates spülten mehr Geld in die Kasse.

Oracle konnte zwar den Umsatz insgesamt noch um 2% auf 9,27 Mrd $ verbessern, doch der Gewinn fiel dagegen aufgrund deutlich gestiegener Vertriebskosten um 1% auf 2,55 Mrd $. Die Anleger hatten mit einem schlechteren Abschneiden gerechnet. Der Konzern litt zuletzt unter schwachen Ausgaben für Informationstechnologie und verschärftem Wettbewerb durch günstigere Rivalen wie Salesforce.com und Workday.

Das Neugeschäft läuft immer noch schleppend

Mit dem Verkauf neuer Softwarelizenzen machte Oracle 1% weniger Umsatz als vor Jahresfrist. Vorhergesagt hatte der Konzern eine große Spanne. Demnach wurde der Umsatz höchstens 4% unter dem Vorjahresniveau erwartet und maximal 6% darüber. Diese Kennziffer ist von besonderer Bedeutung, weil der Verkauf neuer Programme langfristige und renditestarke Wartungsverträge mit sich bringt und so Hinweise auf künftige Umsätze gibt.

Oracle war wieder auf Einkaufstour und hat den Spezialisten für Mobile-Application-Management-Lösungen Bitzer Mobile übernommen. Das Unternehmen soll Fusion-Middleware-Portfolio von Oracle ergänzen und zu einem wichtigen Bestandteil der mobilen Sicherheitsstrategie werden.

Unternehmensporträt

Oracle bietet mit Datenbanken und Applikations-Server E-Business Suite komplette internetfähige Firmensoftware an (Anwendungen, Entwicklungs-Tools, Unterstützung für Geschäftsentscheidungen). Als einziger Anbieter offeriert Oracle globale E-Business-Komplettlösungen für Firmen (Front-Office CRM, Back-Office ERP, Plattform-Infrastruktur) und darauf spezialisierte Beratung, Ausbildung und Support Services.

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SAP auf Wachstumskurs

SAP hatte im 3. Quartal eine sehr gute Entwicklung und ist dynamisch im zweistelligen Bereich gewachsen. Das Augenmerk auf operative Disziplin zahlte sich aus, denn die operative Marge ist um 180 Basispunkte auf 25,8% gestiegen. Die Umsatzerlöse aus Software und Cloud-Subskriptionen sind um 13% gestiegen und damit schneller gewachsen als die der meisten Cloud-Wettbewerber.

SAP hat mit EMC einen weiteren wichtigen Cloud-Vertrag abgeschlossen, der auch Employee Central beinhaltet. Damit können Mitarbeiter stärker an das Unternehmen gebunden sowie besser vergütet werden. Zudem kann eine bessere Zusammenarbeit mit Lieferanten erzielt werden.

Die auf das Jahr hochgerechneten Umsätze im Cloud-Bereich übertreffen jetzt 1 Mrd €. Mit rund 33 Mio Abonnenten weist SAP die höchste Anzahl an Abonnenten im Cloud-Markt aus. Die Synergien mit Ariba machen Fortschritte – das Segment wies hohe zweistellige Wachstumsraten im Abrechnungsvolumen, das durch Neugeschäft generiert wurde, aus.

Heute ist Ariba das weltweit größte internetbasierte Handelsnetzwerk mit 1,2 Mio verbundenen Unternehmen. Aber auch SAP HANA, die Plattform für Echtzeit-Unternehmensanwendungen, ist ein wesentlicher Wachstumsmotor für SAP. Das HANA-Softwarewachstum beschleunigte sich und stieg um 79% auf 149 Mio € mit mehr als 2.100 Kunden.

Unternehmensporträt

SAP ist mit 97.000 Kunden der weltweit führende Anbieter von E-Business-Softwarelösungen, die Prozesse in Unternehmen und über Unternehmensgrenzen hinweg integrieren. Kernstück der Produktpalette ist mySAP.com, eine umfassende E-Business-Plattform für die optimale Integration aller relevanten Geschäftsprozesse über das Internet, die als Gesamtpaket aus Software und Serviceleistungen besteht.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.