Sarkozy warnt vor Bedrohung des Friedens in Europa

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Die Euro-Krise kann auch den Frieden in Europa gefährden. Erst einmal sind aber nur die Finanzen in Gefahr. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy warnte nun vor einem Zerbrechen des Euros.

Seiner Meinung nach sei der Euro das Herz Europas und wenn der Euro zerstört werde, löse sich Europa in Rauch auf.

Das jedoch würde den Frieden in Europa von einem Tag auf den anderen in Frage stellen.

Das erinnert an die Worte von Altbundeskanzler Helmut Kohl zur Unterzeichnung der Masstrichter Verträge 1992, in denen die Einführung des Euros beschlossen wurde, als er sagte, dass der Euro eine Frage von Krieg und Frieden wäre.

Nur wie soll es dauerhaft Frieden in Europa geben, wenn die europäische Wirtschaft auf einer instabilen Währung fußt?

Der Euro ist nicht ein Weg zum Frieden und die Lösung unserer Probleme, sondern er schafft zusätzliche Spannungen, die es bei nationalen Währungen gar nicht geben würde.

Früher konnten die Schwachwährungsländer über Währungsabwertungen ihre Konkurrenzfähigkeit auf dem Weltmarkt wieder herstellen und damit Spannungen ausgleichen.

Heute mit dem Euro sind sie dazu gezwungen, entweder sich immer weiter zu verschulden oder aber die Löhne drastisch zu senken, mit der Folge, dass es zur Verarmung und Unruhen kommt.

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Wie Sie heute sehen, funktioniert der Euro nicht. Dabei handelt es sich nicht um eine vorübergehende Krise, die man in den Griff bekommen könnte, sondern um den Anfang einer immer schlimmeren Katastrophe. Die Spannungen in Europa nehmen mit der Zeit nicht ab, sondern immer mehr zu.

Deshalb sind auch alle Euro-Rettungsprogramme zum Scheitern verurteilt, weil sie gar nicht die Ursache der Problematik – den Euro bei völlig ungleichen Ländern in Europa – angehen, sondern an Symptomen herumpfuschen.

Der Euro wird auf jeden Fall zerfallen

Deshalb gehe ich weiter davon aus, dass der Euro zerfallen wird – egal was die Politiker sich noch an Symptombekämpfung einfallen lassen.

Lassen Sie sich deshalb nicht von der heutigen optimistischen Euro-Tagespolitik beeindrucken, sondern setzen Sie Ihre Bemühungen fort, Ihr Vermögen gegen den unweigerlich kommenden Eurocrash abzusichern.

Erste Vorzeichen einer weiteren Verschärfung der Euro-Krise sind die nun vorgenommenen Ratingabstufungen von S&P für zahlreiche europäische Staaten. Zusätzlich hat S&P auch noch dem europäischen Rettungsfonds EFSF das Toprating AAA entzogen.

Die Kritik der EU-Politiker an diesem Schritt ist laut – aber dieser Schritt bildet nur die Realität ab. Die Kritik an der nordamerikanischen Ratingagentur greift meiner Meinung nach zu kurz.

Die Aussichten in Europa verschlechtern sich nun einmal rapide. Und darauf hat S&P nun reagiert. In diesem Jahr werden noch viele weitere Abstufungen durch die Ratingagenturen kommen. Darauf müssen wir uns einstellen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.