Sartorius-Aktie: Kursrally gerät ins Stocken

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Sartorius: Laborausrüster liefert beeindruckendes Wachstum ab. Hohe Bewertung macht die Aktie aber anfällig für Kursrücksetzer (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Über Jahre hinweg begeistert der Sartorius-Konzern nun seine Anleger mit soliden Wachstumsraten und steigenden Gewinnen. Das blieb nicht ohne Auswirkung auf den Aktienkurs. In den zurückliegenden fünf Jahren schossen die Papiere von 19 bis zuletzt über 190 Euro in die Höhe. Zuletzt korrigierte der Kurs allerdings bis auf 166 Euro, obwohl die Aktienmärkte fester notierten.

Was steckt hinter der Bewegung? Wie steht es um die jüngste operative Entwicklung des Konzerns und wie sind die Zukunftsperspektiven des Laborausrüsters?

Sartorius – Spezialist für die Pharma- und Laborbranche

Falls Ihnen Sartorius noch kein Begriff ist. Der Familienkonzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer der Biopharma- und Laborbranche. Das Göttinger Unternehmen wurde bereits 1870 gegründet und beschäftigt heute mehr als 6.000 Mitarbeiter. Das Angebot umfasst ein breites Produktsortiment zur Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen (Bioprocess Solutions, 73% vom Konzernumsatz) sowie Präzisionsinstrumente und Verbrauchsmaterialien für Labore (Lab Products & Services, 27% vom Umsatz).

Beeindruckende Markstellung

In der Hauptsparte Bioprocess Solutions deckt das Produktportfolio Waren für fast alle Prozessschritte zur Herstellung von Biopharmazeutika von Zellkulturmedien, Bioreaktoren, Filtern über Reinigung und Konzentration bis zur endgültigen Befüllung der Medikation ab.

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Als Marktführer hebt sich das Unternehmen deutlich durch umfassendes Prozess-Know-how, ein breites Produktportfolio und konstante Produktqualität sowie effizienzverbessernde Innovationen ab.  In einer Branche, in der jeder Produktionsschritt und jedes Verbrauchsmaterial durch die Regulierungsbehörde zugelassen werden muss, sind Qualität und Vertrauen entscheidend, während der Preis nur von sekundärer Bedeutung ist.

Wachstumsdynamik ist ungebrochen

Die letzten Jahre zeigen eine beeindruckende Geschäftsentwicklung: Seit 2004 erhöhten sich die Umsätze von 468 Millionen Euro auf zuletzt 1,56 Milliarden Euro. Im Gegenzug verbesserte sich der Nettogewinn von 15 auf immerhin 141 Millionen Euro. Mit einer Gewinnspanne von 9,03% erreichte Sartorius das höchste Niveau der vergangenen drei Jahre.

Starkes erstes Halbjahr

Auch in diesem Jahr hält die positive Entwicklung an. In den ersten sechs Monaten kletterte der Umsatz um 16% auf 895 Millionen, der operative Ertrag (Ebitda) stieg überproportional um 25% auf 238 Millionen, die Marge lag bei knackigen 27%. Auch für die Zukunft sieht sich Sartorius gut gerüstet. Die Unternehmensleitung möchte das Wachstum durch Akquisitionen forcieren. Die Feuerkraft beläuft sich auf 2 Milliarden. Seit 2011 hat der Biotech-Spezialist zehn Firmen geschluckt. Bis 2025 sollen die Umsätze die 4 Milliarden-Marke knacken. Zwei Drittel der Zuwächse sind organisch geplant, ein Drittel durch Zukäufe. Bei der Gewinnmarge (Ebitda) wird eine Erhöhung auf 28% ins Visier genommen.

Starkes Geschäftsmodell aber stramme Bewertung

Keine Frage, das Geschäftsmodell mit seiner Robustheit und seinen langfristigen Wachstumsperspektiven ist grandios. Das spiegelt aber die hohe Bewertung der Aktie bereits wider. Trotz des jüngsten Kursrückgangs wird der Konzern an der Börse mit mehr als 11 Milliarden Euro bewertet. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis tendiert Richtung 60. Vor diesem Hintergrund bleibt die Aktie weiterhin anfällig für größere Kursschwankungen.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.