Sartorius-Aktie: Labor-Ausrüster nach Zahlen im Rückwärtsgang

Jahrelang kannte die Sartorius-Aktie nur einen Weg – und der ging steil nach oben:

Seit 2009 schossen die Papiere des Labor-Ausrüsters von unter 1,60 € bis zum bisherigen Allzeithoch von gut 79 € (Oktober 2016) nach oben.

Doch seither stockt es im Getriebe: Bereits in den Vorwochen neigte die Aktie entgegen der positiven Marktstimmung zu Schwäche.

Mit den gerade vorgelegten Zahlen beschleunigte die Aktie die Abwärts-Bewegung und sackte bis auf 65 € in den Keller.

Was sind die Gründe für den starken Kursverfall? Ist die Wachstums-Geschichte zu Ende? Wie schätzen die Analysten die Zukunfts-Perspektiven des Konzerns ein?

Sartorius – weltweit führender Zulieferer der Pharma- und Labor-Branche

Falls Ihnen Sartorius noch kein Begriff ist:

Der knapp 2,5 Mrd. € schwere Familien-Konzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer der Biopharma- und Labor-Branche.

Das Göttinger Unternehmen wurde bereits 1870 gegründet und beschäftigt heute mehr als 6.000 Mitarbeiter.

Das Angebot umfasst ein breites Produkt-Sortiment:

  1. zur Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen (Bioprocess Solutions, 73% vom Konzernumsatz)
  2. sowie Präzisions-Instrumente und Verbrauchs-Materialien für Labore (Lab Products & Services, 27% vom Umsatz).

Beherrschende Marktstellung

In der Hauptsparte Bioprocess Solutions deckt das Produkt-Portfolio Waren für fast alle Prozess-Schritte ab zur Herstellung von:

  • Biopharmazeutika von Zellkultur-Medien,
  • Bioreaktoren,
  • Filtern
  • über Reinigung und Konzentration
  • bis zur endgültigen Befüllung der Medikation.

Als Marktführer hebt sich das Unternehmen deutlich durch umfassendes Prozess-Know-how, ein breites Produkt-Portfolio und konstante Produkt-Qualität sowie effizienzverbessernde Innovationen ab.

In einer Branche, in der jeder Produktionsschritt und jedes Verbrauchs-Material durch die Regulierungs-Behörde zugelassen werden muss, sind Qualität und Vertrauen entscheidend.

Der Preis hingegen ist nur von sekundärer Bedeutung.

Mit hoher Wettbewerbs-Qualität auf dem Weg zu Rekordmargen

Sartorius profitiert von:

  • seiner führenden Marktpositionen,
  • einem hohen Anteil an wiederkehrenden Umsätzen (ca. 65% auf Konzern-Ebene),
  • günstigen Markttrends
  • und signifikanten Markteintritts-Barrieren.

Dies spiegelt sich auch in der Betrachtung der langjährigen Geschäfts-Entwicklung wider.

Von 2002 – 2015 kletterten die Umsätze um gut 190% auf 1,3 Mrd. €. Im Gegenzug verbesserte sich der Gewinn von 4 auf 126 Mio. € und legte damit über 3.000% zu.

Damit erreichte Sartorius in 2015 mit 11,33% eine neue Bestmarke bei der Gewinnspanne.

Vorläufige 2016er-Zahlen zeigen weiteren Gewinn-Zuwachs

Für 2016 zeigte der Göttinger Konzern nach den vorläufigen Ergebnissen ebenfalls einen weiteren Zuwachs:

Der Umsatz stieg um 16,6% auf 1,3 Mrd. € an. Das operative Ergebnis (EBITDA) erhöhte sich sogar um 23,6% auf 325,4 Mio. €.

Besonders stark liefen die Geschäfte in Nordamerika, wo der Konzern weitere Marktanteile hinzugewann.

Auch für das aktuelle Geschäftsjahr zeigt sich Firmenchef Joachim Kreuzburg zuversichtlich:

Bei einem Umsatz-Wachstum von 8 – 12% rechnet er mit einem weiteren Anstieg der operativen Marge (EBITDA) von gut 1/2%.

Für Sie zum Vergleich: Im 2016 lag die Marge mit 25% bereits auf einem sehr hohen Niveau.

Anleger haben mehr erwartet

Ohne Frage, die Marktstellung und bisherige Geschäfts-Entwicklung von Sartorius ist durchaus beeindruckend.

Aber mit den aktuellen Zahlen und der Prognose geben sich die Anleger offenbar nicht zufrieden und strafen die Aktie ab.

Für Verunsicherung sorgte wohl auch die angekündigte Erhöhung der Investitions-Ausgaben auf bis zu 15% der Umsätze.

Die Analysten schätzen die Situation etwas optimistischer ein:

Trotz des optisch hohen Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 30 für 2017 liegt das Durchschnitts-Kursziel aktuell mit 77,50 € gut 17% über dem aktuellen Kursniveau.

1. Februar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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