Sartorius-Aktie: Laborausrüster setzt Rekordfahrt nach starkem Ausblick fort

Laborausrüster steigt nach starken Zahlen auf Allzeithoch. US-Steuerreform sorgt für Rückenwind. Management peilt weiteres Wachstum an (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Kaufen, wenn die Kanonen donnern. Wer dieser abgedroschenen Börsenweisheit im Oktober vergangenen Jahres bei der Sartorius-Aktie gefolgt ist, kann sich jetzt über hohe Gewinne freuen. Im Herbst sorgte eine Gewinnwarnung noch für Unmut der Anleger und ließ die Aktie bis auf 75 Euro in den Keller rauschen. Doch damit war der Tiefpunkt auch schon erreicht. Seither haben die Papiere zu einer kräftigen Erholungsbewegung angesetzt, die zuletzt durch starke Quartalszahlen zusätzlich befeuert wurde.

Sartorius im Porträt

Die 1870 gegründete Sartorius AG zählt heute zu den weltweit führenden Zulieferern der Biopharma- und Laborbranche mit Sitz in Göttingen und über 7.500 Mitarbeitern. Die Lösungen tragen dazu bei, dass komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Produktion wie im Labor effizient realisiert werden können.

Zum Portfolio gehören Produkte in den Bereichen Zellkulturmedien, Fermentation, Zellernte, Pufferlösungen sowie Laborinstrumente wie Pipetten und Verbrauchsmaterialien. Darüber hinaus stellt Sartorius Industriewaagen für verschiedene Anwendungen in der Chemie-, Pharma- und Nahrungsmittelindustrie her.

Weltweiter Marktführer in Nischengebieten

Dabei ist die Markstellung des Konzerns wirklich beeindruckend. Bei Produkten und Technologien zur Herstellung von biologischen Medikamenten ist Sartorius weltweit führend. Über 85% vom Umsatz werden aus Positionen als Nr. 1-3 generiert; ca. 75% vom Umsatz ist wiederkehrend.

So ist Sartorius weltweit die Nr. 1 bei Fermentation und Fluid Management, die Nr. 3 bei Filtration und war ein Vorläufer bei Einwegtechnologie, die beständig Marktanteile hinzugewinnt. Bei Laborwaagen, dem Ursprung des Unternehmens, ist Sartorius weltweit die Nr. 2, neben der Nr. 4 bei Pipetten, Nr. 3 bei Laborfiltration und Nr. 2 bei membranengestützten mikrobiologischen Analysen.

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Sartorius mit hoher Wachstumsdynamik

Auslöser für den jüngsten Kursschub waren die vorgelegten vorläufigen Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr, die sich wahrlich sehen lassen konnten. Der Umsatz kletterte auf 1,4 Milliarden Euro (+9,3%) – besonders gut lief es in der Region Asien-Pazifik mit einem Zuwachs von 22,5%. Unterdessen belief sich der Nettogewinn auf 144 Millionen Euro. Das entspricht einer Gewinnmarge von 10,28%.

Einen besonders positiven Einfluss hatte dabei auch die Steuerreform in den USA. Dadurch reduzierte sich die Konzernsteuerquote im abgelaufenen Berichtsjahr deutlich von 29 auf 19,8%. Unter dem Strich führte dies zu nicht zahlungswirksamen Einmaleffekten in Höhe von 16 Millionen Euro. Zukünftig wird die US-Steuerreform zu einer 2% niedrigeren Steuerquote auf rund 27% führen.

Konzernführung zeigt sich optimistisch

Auch für das laufende Jahr sieht sich Sartorius weiter auf Wachstumskurs. Die Konzernführung rechnet mit einer Steigerung der Erlöse von 9% bis 12%. Zugleich soll die operativen Gewinnmarge (EBITDA)  um etwa einen halben Prozentpunkt gegenüber dem Vorjahreswert von 25,1% zulegen. Die Investitionsquote wird mit rund 15% etwa auf Höhe des Vorjahres liegen.

Alles in allem also eine spannende Börsenstory für Anleger. Allerdings sollten Sie beachten, dass die Papiere nach der Kursrally (>400% Kursplus in den vergangenen fünf Jahren) alles andere als günstig sind. Mittlerweile liegt der Börsenwert von Sartorius bei 3,66 Milliarden Euro, was in etwa dem 40-Fachen der erwarteten Gewinne entspricht.

 


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.