Sartorius-Aktie: Labor-Ausrüster mit gekappter Prognose

Keine Frage: Die Langfrist-Bilanz des Göttinger Labor-Ausrüsters Sartorius ist makellos.

Als weltweit führender Nischen-Player hat der Familienbetrieb eine beeindruckende Entwicklung hingelegt.

Ein Blick auf den Aktienkurs dürfte v. a. den langfristig investierten Investoren wahre Freude bereiten.

Immerhin notierten die Papiere im Jahr 2009 noch bei unter 2 € – heute müssen Sie für einen Anteilsschein über 75 € auf den Tisch legen.

Allerdings war die Aktie auch schon einmal deutlich teurer: Im Juli dieses Jahres markierten die Papiere bei knapp 94 € ihr bisheriges Rekordhoch.

Die jüngsten Kursverluste gingen auf das Konto einer recht deutlichen Gewinn-Warnung, die für einen Kurssturz von zwischenzeitlich 10% am gestrigen Tag sorgte.

Sartorius im Porträt

Die 1870 gegründete Sartorius AG zählt heute zu den weltweit führenden Zulieferern der Biopharma- und Labor-Branche mit Sitz in Göttingen und über 6.000 Mitarbeitern.

Die Lösungen tragen dazu bei, dass komplexe und qualitätskritische Prozesse in der Produktion wie im Labor effizient realisiert werden können.

Zum Portfolio gehören Produkte in diesen Bereichen:

  • Zellkultur-Medien,
  • Fermentation,
  • Zell-Ernte,
  • Puffer-Lösungen
  • sowie Labor-Instrumente wie Pipetten
  • und Verbrauchs-Materialien.

Darüber hinaus stellt Sartorius Industrie-Waagen für verschiedene Anwendungen in der Chemie-, Pharma- und Nahrungsmittel-Industrie her.

Weltweiter Marktführer in Nischen-Gebieten

Dabei ist die Markstellung des Konzerns wirklich beeindruckend:

Bei Produkten und Technologien zur Herstellung von biologischen Medikamenten ist Sartorius weltweit führend.

Über 85% vom Umsatz werden aus Positionen als Nr. 1 – 3 generiert; ca. 75% vom Umsatz ist wiederkehrend.

So ist Sartorius weltweit die Nr. 1 bei Fermentation und Fluid Management, die Nr. 3 bei Filtration und war ein Vorläufer bei Einweg-Technologie, die beständig Marktanteile hinzugewinnt.

Bei Labor-Waagen, dem Ursprung des Unternehmens, ist Sartorius weltweit die Nr. 2.

Daneben ist man die Nr. 4 bei Pipetten, die Nr. 3 bei Labor-Filtration und die Nr. 2 bei membranengestützten mikrobiologischen Analysen.

Kräftiges Umsatz-Wachstum

In den vergangenen Jahren lief es richtig rund bei Sartorius:

Seit 2005 kletterten die Umsätze von 484 Mio. € auf zuletzt 1,3 Mrd. €. Unter dem Strich erzielte der Labor-Ausrüster einen Gewinn von 103 Mio. €.

Das waren zwar 23 Mio. weniger als im Vorjahr, entsprach aber immer noch einer grundsoliden Gewinnspanne von 7,92%.

In den ersten 9 Monaten dieses Jahres erwirtschaftete Sartorius einen Umsatz von 1,04 Mrd. € (+8,4% zum Vorjahr) und eine Ebitda-Marge (Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen) von 24,8% (Vorjahr: 25%).

Gewinn-Warnung verschreckt die Anleger

Nun mussten die erfolgsverwöhnten Investoren aber eine kräftige Schlappe hinnehmen. Denn der Göttinger Konzern kappt seine Jahres-Prognose:

Statt einem Umsatz-Wachstum von 12 – 16% erwartet die Konzernführung für dieses Jahr nur noch einen Erlös-Anstieg um 9%.

Für die enttäuschende Entwicklung wurden gleich mehrere Gründe angeführt:

Neben vorübergehenden Effekten in der Sparte Bioprocess Solutions verwies Sartorius auf Liefer-Engpässe durch den Hurrikan Maria in Puerto Rico.

An den Margenzielen (25% Ebitda-Marge) änderte der Konzern unterdessen nichts.

Auch an den Mittelfrist-Zielen (2020 – Umsatz: 2 Mrd. €; Ebitda-Marge: 26 – 27%) hält der Labor-Ausrüster weiter fest.

18. Oktober 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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