Sartorius-Aktie: Pharmazulieferer beendet Corona-Jahr mit sattem Umsatzplus

Drogerie Tabletten Arzt – shutterstock_507286795 romaset

Der Laborausrüster Sartorius hat Corona-Sonderkonjunktur: Bis 2025 ist eine weitere Umsatzverdopplung geplant. (Foto: romaset / Shutterstock.com)

Seit Jahren begeistert der Göttinger Konzern Sartorius seine Anleger mit soliden Wachstumsraten und steigenden Gewinnen. Selbst die Corona-Krise konnte den Konzern mit seinem stabilen Geschäftsmodell nicht aus der Bahn werfen. Ganz im Gegenteil: Der Wettlauf um einen Corona-Impfstoff hat dem Unternehmen sogar Extra-Rückenwind beschert. Sartorius beliefert Impfstoffproduzenten mit Spezialfiltern, Zellkulturmedien und analytischen Instrumenten. Am Ende beendeten die Göttinger das Jahr 2020 mit einem kräftigen Umsatz- und einem noch kräftigeren Gewinnplus.

Die Aktie wurde trotz der starken Zahlen erst einmal leicht abverkauft. Allerdings gehören die Papiere seit Jahren zu den Dauerbrennern. Alleine seit dem Jahreswechsel liegt die Sartorius-Aktie mit über 25% in der Gewinnzone.

Sartorius – Spezialist für die Pharma- und Laborbranche

Falls Ihnen Sartorius noch kein Begriff ist: Der Familienkonzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer der Biopharma- und Laborbranche. Das Göttinger Unternehmen wurde bereits 1870 gegründet und beschäftigt heute mehr als 6.000 Mitarbeiter. Das Angebot umfasst ein breites Produktsortiment zur Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen (Bioprocess Solutions, 73% vom Konzernumsatz) sowie Präzisionsinstrumente und Verbrauchsmaterialien für Labore (Lab Products & Services, 27% vom Umsatz).

Beeindruckende Markstellung

In der Hauptsparte Bioprocess Solutions deckt das Produktportfolio Waren für fast alle Prozessschritte zur Herstellung von Biopharmazeutika von Zellkulturmedien, Bioreaktoren, Filtern über Reinigung und Konzentration bis zur endgültigen Befüllung der Medikation ab.

Als Marktführer hebt sich das Unternehmen deutlich durch umfassendes Prozess-Know-how, ein breites Produktportfolio und konstante Produktqualität sowie effizienzverbessernde Innovationen ab.  In einer Branche, in der jeder Produktionsschritt und jedes Verbrauchsmaterial durch die Regulierungsbehörde zugelassen werden muss, sind Qualität und Vertrauen entscheidend, während der Preis nur von sekundärer Bedeutung ist.

Umsatz klettert in 2020 um 28% in die Höhe

Im abgelaufenen Geschäftsjahr lief es bei Sartorius ausgesprochen rund: Der Umsatz zog um 28% auf 2,34 Milliarden Euro an. Währungsbereinigt stand sogar ein Plus von 30% in den Büchern. Gleichzeitig wirtschaften die Göttinger extrem profitabel. Der Nettogewinn erhöhte sich noch stärker um 44% auf 226 Millionen Euro.

Allerdings muss man als Anleger beachten, dass es im Zahlenwerk einige Sondereffekte gab: Laut Firmenangaben gingen 7 Prozentpunkte des Umsatzwachstums auf das Konto von Übernahmen. Zum Hintergrund: Im vergangenen Jahr schluckte Sartorius den Zellkulturmedien-Spezialisten Biological Industries und den Aufreinigungsspezialisten BIA Separations. Weitere 8 Prozentpunkte kamen durch positive Nachfrageeffekte durch die Corona-Pandemie zustande.

Wachstum macht weitere Investitionen notwendig

Für das laufende Jahr stellt Firmenboss Joachim Kreuzburg einen weiteren Umsatzanstieg von 19 bis 25% in Aussicht. Zeitglich soll die operative Gewinnmarge vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen nochmals von 29,6 auf 30,5% verbessert werden. Bis 2025 geht der Konzern davon aus, dass die Umsätze verdoppelt werden können. Für diese Langfristziele müssen allerdings die Investitionen nochmals nach oben geschraubt werden. Bei der Mitarbeiterzahl will Sartorius die Belegschaft um 10% auf 11.000 ausbauen. Zudem sollen in diesem Jahr 400 Millionen Euro in den Ausbau der Produktionskapazitäten fließen. Das liegt 66% über dem Niveau vom letzten Jahr.

SDAX Symbolbild Graph_shutterstock_727930471_Best Backgrounds

Sartorius trotz Corona-Krise mit AllzeithochDer Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius AG hat sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Die Börse reagiert positiv. › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz