Sartorius-Aktie: Pharmazulieferer weiter auf Einkaufstour

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Sartorius: Geschäfte des Pharmazulieferers laufen auf Hochtouren. Jüngster Zukauf soll Wachstum weiter ankurbeln. (Foto: Production Perig / shutterstock.com)

Seit Jahren begeistert der Göttinger Konzern Sartorius seine Anleger mit soliden Wachstumsraten und steigenden Gewinnen. Neben organischem Wachstum setzt das Unternehmen im Rahmen seiner Expansionsstrategie aber auch auf Zukäufe. Seit 2011 hat der Biotech-Spezialist mehr als zehn Firmen geschluckt und damit soll noch lange nicht Schluss sein. Gerade erst hat Sartorius einen weiteren Zukauf bekanntgegeben. Das Life-Science-Unternehmen Sartorius hat über seinen Teilkonzern Sartorius Stedim Biotech eine Vereinbarung abgeschlossen, die Chromatographie-Prozessanlagen von Novasep zu übernehmen.

Die Aktionäre freut’s. Die Papiere von Sartorius notierten in den letzten Tagen mit weiter Kursaufschlägen. Vor allem die Langfristbilanz ist beeindruckend: Konnten Anleger vor fünf Jahren noch für unter 50 Euro einen Anteilschein ergattern, muss man inzwischen 355 Euro für eine Aktie auf den Tisch legen.

Sartorius – Spezialist für die Pharma- und Laborbranche

Falls Ihnen Sartorius noch kein Begriff ist: Der Familienkonzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer der Biopharma- und Laborbranche. Das Göttinger Unternehmen wurde bereits 1870 gegründet und beschäftigt heute mehr als 6.000 Mitarbeiter. Das Angebot umfasst ein breites Produktsortiment zur Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen (Bioprocess Solutions, 73% vom Konzernumsatz) sowie Präzisionsinstrumente und Verbrauchsmaterialien für Labore (Lab Products & Services, 27% vom Umsatz).

Beeindruckende Markstellung

In der Hauptsparte Bioprocess Solutions deckt das Produktportfolio Waren für fast alle Prozessschritte zur Herstellung von Biopharmazeutika von Zellkulturmedien, Bioreaktoren, Filtern über Reinigung und Konzentration bis zur endgültigen Befüllung der Medikation ab.

Als Marktführer hebt sich das Unternehmen deutlich durch umfassendes Prozess-Know-how, ein breites Produktportfolio und konstante Produktqualität sowie effizienzverbessernde Innovationen ab.  In einer Branche, in der jeder Produktionsschritt und jedes Verbrauchsmaterial durch die Regulierungsbehörde zugelassen werden muss, sind Qualität und Vertrauen entscheidend, während der Preis nur von sekundärer Bedeutung ist.

Übernahme erweitert Produktportfolio

Mit der Übernahme der Chromatografie-Prozessanlagen-Sparte der französischen Novasep baut Sartorius das Produktportfolio weiter aus. Die Übernahme baut auf einer seit 2018 bestehenden strategischen Partnerschaft der beiden Unternehmen bei Forschung und Entwicklung auf und stärkt die Position von Sartorius im Downstream-Bioprocessing, so das Göttinger Unternehmen.

Die Novasep-Sparte beschäftigt rund 100 Mitarbeiter, vor allem in Pompey in Nordfrankreich, aber auch in USA, China und Indien. Im abgelaufenen Geschäftsjahr dürften rund 37 Millionen Euro an Umsatz durch die Bücher gegangen sein. Dabei ist die Sparte hochprofitabel und dürfte eine zweistellige Gewinnmarge erzielt haben. Nach der erforderlichen Zustimmung durch die US-Wettbewerbsbehörde FTC sowie der Unterrichtung und Anhörung des Novasep-Betriebsrats soll die Transaktion im ersten Halbjahr 2021 vollzogen werden.

Prognose für 2020 erhöht

Zuletzt lief es für Sartorius ausgesprochen rund: In den ersten neun Monaten erzielten die Göttinger ein Umsatzplus von 23,9% auf 1,68 Milliarden Euro. Gleichzeitig kletterte der Konzerngewinn sogar um 37,9% auf 211 Millionen Euro. Auch für das Gesamtjahr zeigte sich die Konzernführung zuversichtlich und hob vor kurzem die Prognose an: Nun soll das Umsatzwachstum die Obergrenze der zuletzt angepeilten Spanne von 22 bis 26% erreichen oder sogar übertreffen. Und bei der operativen Marge (Ebitda) stellt das Management nun 29,5% statt bisher 28,5% in Aussicht. Damit scheinen die Perspektiven vollkommen intakt zu sein. Lediglich die inzwischen hohe Bewertung (Börsenwert: 12,1 Milliarden Euro) könnte den Höhenflug der Aktie ausbremsen.

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Das medizinische Wunder aus GöttingenEin klarer Gewinner der Pandemie ist Sartorius. Was es mit dem Wert auf sich hat, erfahren Sie in unserer Analyse. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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