Sartorius-Aktie: Pharmazulieferer will israelischen Zellkultur-Spezialisten schlucken

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Sartorius: Laborausrüster schlägt wieder zu. Übernahme in Israel zur Erweiterung der Produktpalette geplant (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Seit Jahren begeistert der Göttinger Konzern Sartorius seine Anleger mit soliden Wachstumsraten und steigenden Gewinnen. Neben organischem Wachstum setzt das Unternehmen im Rahmen seiner Expansionsstrategie auch auf Zukäufe. Seit 2011 hat der Biotech-Spezialist zehn Firmen geschluckt und damit soll noch lange nicht Schluss sein. Gerade erst hat Sartorius einen Zukauf in Israel gemeldet.

Die Aktionäre freut’s. Seit Jahresanfang kletterten die Sartorius-Papiere von 110 auf 190 Euro und notieren damit nur noch minimal unter ihrem Allzeithoch.

Sartorius – Spezialist für die Pharma- und Laborbranche

Falls Ihnen Sartorius noch kein Begriff ist: Der Familienkonzern ist einer der weltweit führenden Zulieferer der Biopharma- und Laborbranche. Das Göttinger Unternehmen wurde bereits 1870 gegründet und beschäftigt heute mehr als 6.000 Mitarbeiter. Das Angebot umfasst ein breites Produktsortiment zur Herstellung von Biopharmazeutika und Impfstoffen (Bioprocess Solutions, 73% vom Konzernumsatz) sowie Präzisionsinstrumente und Verbrauchsmaterialien für Labore (Lab Products & Services, 27% vom Umsatz).

Beeindruckende Markstellung

In der Hauptsparte Bioprocess Solutions deckt das Produktportfolio Waren für fast alle Prozessschritte zur Herstellung von Biopharmazeutika von Zellkulturmedien, Bioreaktoren, Filtern über Reinigung und Konzentration bis zur endgültigen Befüllung der Medikation ab.

Als Marktführer hebt sich das Unternehmen deutlich durch umfassendes Prozess-Know-how, ein breites Produktportfolio und konstante Produktqualität sowie effizienzverbessernde Innovationen ab.  In einer Branche, in der jeder Produktionsschritt und jedes Verbrauchsmaterial durch die Regulierungsbehörde zugelassen werden muss, sind Qualität und Vertrauen entscheidend, während der Preis nur von sekundärer Bedeutung ist.

Wachstumsdynamik ist ungebrochen

Die letzten Jahre zeigen eine beeindruckende Geschäftsentwicklung: Seit 2004 erhöhten sich die Umsätze von 468 Millionen Euro auf zuletzt 1,56 Milliarden Euro. Im Gegenzug verbesserte sich der Nettogewinn von 15 auf immerhin 141 Millionen Euro. Mit einer Gewinnspanne von 9,03% erreichte Sartorius das höchste Niveau der vergangenen drei Jahre. Auch in diesem Jahr hält die positive Entwicklung an. In den ersten neun Monaten kletterte der Umsatz um 15,5% auf 1,35 Milliarden Euro, der operative Ertrag (Ebitda) stieg überproportional um 22,7% auf 361 Millionen, die Marge lag bei knackigen 26,6%.

Sartorius streckt Fühler nach Israel aus

Jetzt steigt der Biopharmazulieferer und Laborausrüster für rund 45 Mill. Euro in bar bei dem Mehrheitsanteile israelischen Zellkulturmedienentwickler und -hersteller Biological Industries ein. Im Gegenzug erhält Sartorius etwas mehr als 50 % der Firma. Zudem erhalten die Göttinger die Option auf die Übernahme weiterer 20 % innerhalb von drei Jahren.

Die Intention hinter dem Deal ist klar: Durch den Zukauf wird das Produktangebot an Zellkulturmedien deutlich ausgebaut. Sie müssen wissen: Das 1981 gegründete israelische Unternehmen ist auf Zellkulturmedien vor allem für die Zell- und Gentherapie, für die regenerative Medizin und andere neuartige Therapien spezialisiert. Die Israelis beschäftigen rund 130 Mitarbeiter und rechnen in diesem Jahr mit einem Umsatz von rund 25 Millionen Euro bei einer zweistelligen operativen Gewinn-Marge (EBITDA).

Fest steht: Der letzte Zukauf dürfte das nicht gewesen sein. Immerhin 2 Milliarden Euro haben die Göttinger in den kommenden Jahren für Übernahmen reserviert.

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Sartorius trotz Corona-Krise mit AllzeithochDer Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius AG hat sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Die Börse reagiert positiv. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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