Sartorius mit größter Übernahme der Unternehmensgeschichte

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Sartorius übernimmt zwei Geschäftsbereiche von Danaher und hebt die Gesamtjahresprognose erneut an. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Manche Unternehmen sind in ihrer Nische so überragend aufgestellt, dass man beim Betrachten des Aktiencharts vor Ehrfurcht gleichsam erstarrt. Zu diesen zählen die Aktien von Sartorius. Sie haben sich in den vergangenen zehn Jahren von 4 Euro auf zuletzt 176 Euro mehr als ver-40-facht. Ein Kursanstieg von durchschnittlich 46% steht bei dem Unternehmen zu Buche. Pro Jahr. Über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Ein großer Schritt

Nun will der Biopharmazulieferer und Laborausrüster für 750 Millionen Dollar Teile des Life-Science-Geschäfts von Danaher übernehmen. Dieser war im Gefolge der im Februar bekannt gewordenen Pläne, das Biopharma-Geschäft des angeschlagenen US-Industrieausrüsters General Electric zu übernehmen, von den zuständigen Kartellbehörden dazu verpflichtet worden, Teile seines Produktportefeuilles abzugeben.

Nun hat Sartorius den Zuschlag für die beiden Danaher-Geschäftsbereiche Bioprocess Solutions und Lab Products & Services erhalten. In diesen sind weltweit mehr als 300 Mitarbeiter beschäftigt, die im vergangenen Jahr bei einem Gesamtumsatz von 140 Millionen Dollar zweistellige operative Gewinnmargen erwirtschaftet haben.

Bilanziell solide aufgestellt

Das MDAX-Unternehmen sieht den nun vereinbarten Portfoliokauf als größten Zukauf der Firmengeschichte. Finanziert werden soll die Übernahme durch bestehende Kreditlinien, eine Kapitalerhöhung ist nicht vorgesehen. Eine Unternehmenssprecherin betonte, dass der mit den kreditgebenden Banken vereinbarte maximale Verschuldungsgrad von 3,25 allenfalls kurzfristig übertroffen werde.

Glänzende Quartalszahlen

Abgesehen von der offenbar wertschöpfenden Übernahme hat Sartorius am vergangenen Montag auch glänzende Quartalszahlen vorgelegt. In den ersten neun Monate des Jahres legten die Erlöse um knapp 17 % auf 461 Millionen Euro zu. Einmal mehr konnten damit die Erwartungen der Analysten übertroffen werden. Das operative EBITDA konnte sogar in Relation zum Umsatz überproportional um 22,7% auf 361,1 Millionen Euro gesteigert werden. Die EBITDA-Marge verbesserte sich auf 26,6% nach 25,5% im vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

Nach Steuern ergab sich ein Gewinn von 153,2 Millionen Euro, 21,2% mehr als noch in der Vorjahresperiode erreicht worden war. Hieraus errechnet sich ein Gewinn je Stammaktie von 2,23 Euro (Vorjahr: 1,84 Euro) bzw. ein Gewinn je Vorzugsaktie von 2,24 Euro (Vorjahr: 1,85 Euro)

Prognose 2019 angehoben

Es gibt sie also noch, die Unternehmen, die den Kapitalmarkt positiv überraschen. Und ihre Gesamtjahresprognose nach oben anpassen. So gab Sartorius mit den Übernahmeplänen bekannt, dass das Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr nun am oberen Ende der erst im Juli auf 10% bis 14 % erhöhten Bandbreite liegen werde. Verantwortlich hierfür ist insbesondere der größere Geschäftsbereich Bioprocess Solutions, für die Sartorius inzwischen das Erreichen des oberen Bereichs der Umsatzprognose von etwa 13% bis 17 % in Aussicht stellt.

Bei der zuletzt etwas „schwächelnden“ und im Vergleich deutlich kleineren Laborsparte rechnet der Vorstand trotz eines abgekühlten konjunkturellen Umfelds mit einem unveränderten Erlöswachstum im unteren Bereich des Prognosekorridors von 5 bis 9 %. Der auf Konzernebene für das Gesamtjahr erwartete Anstieg der bereinigten EBITDA-Marge auf etwas über 27% (Vorjahr: 25,9%) wurde ebenfalls bestätigt.

Überschaubare Risiken

Risiken ergeben sich allenfalls aus einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU oder aus sich verschärfenden internationalen Handelskonflikten. Doch diese spielen, wie erfahrene Anleger bestätigen werden, langfristig ohnehin keine besondere Rolle. Damit bleibt Sartorius am Kapitalmarkt eine echte Perle.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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