Sartorius schockt Aktionäre mit Umsatz- und Gewinn-Warnung

Lesen Sie hier, warum die Aktie des Pharma- und Laborzulieferers Sartorius heute 2-stellig abgestürzt ist und was wir davon halten: (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Gestern Abend nach Börsenschluss hat der Labor-Ausrüster Sartorius seine Umsatz- und Ergebnis-Prognose für das laufende Jahr nach unten angepasst.

Mit anderen Worten: Sartorius hat eine Umsatz- und Gewinn-Warnung veröffentlicht – das Ergebnis: Die Sartorius-Aktie stürzte in der Folge 2-stellig ab.

Bevor ich gleich ausführlich auf die neuen Prognosen des Konzerns eingehe und Ihnen meine Einschätzung dazu gebe, stelle ich Ihnen das Sartorius kurz vor:

Das ist die Sartorius AG

Die Sartorius AG ist ein börsennotierter Pharma- und Laborzulieferer mit Sitz in Göttingen.

Der bereits im Jahr 1870 gegründete Technologiebetrieb erzielte im Jahr 2016 einen Umsatz von 1,3 Mrd. € und beschäftigt etwa 6.900 Mitarbeiter.

Sartorius ist in die beiden Sparten Bioprocess Solutions und Lab Products & Services gegliedert.

Die Sparte Bioprocess Solutions liefert Einweg-Produkte für die Herstellung von Biopharma-Produkten.

Lab Products & Services stellt insbesondere Labor-Instrumente und -Verbrauchsmaterialien her.

Sartorius verfügt in Europa, Asien und Amerika über eigene Produktionsstätten sowie über Vertriebs-Niederlassungen und Handels-Vertretungen in mehr als 110 Ländern.

Die neuen Prognosen im Überblick

Aufgrund von Problemen in der Sparte Bioprocess Solutions musste Sartorius seine Jahresziele kappen.

Der wechselkursbereinigte Umsatz werde 2017 im Vergleich zum Vorjahr nur um 9% steigen. Zuvor war ein wechselkursbereinigtes Umsatz-Wachstum von 12 – 16% erwartet worden.

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Die EBITDA-Gewinnmarge (EBITDA = Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) soll sich mit rund 25% nun nur noch auf dem Niveau des Vorjahres bewegen.

Zuvor war eine Verbesserung um 0,5 Prozentpunkte in Aussicht gestellt worden. Die mittelfristigen Ziele bleiben davon jedoch unberührt.

Ursachen für die Prognose-Anpassung

Sartorius zufolge sind mehrere gleichzeitig wirkende und vorübergehende Effekte in der bereits angesprochenen schwächelnden Sparte Bioprocess Solutions verantwortlich für die Prognose-Anpassung.

So habe sich aufgrund des Vorrats-Abbaus einiger Kunden die Nachfrage in einigen Regionen schwächer entwickelt.

Zudem seien nach dem Hurrikan Maria für einige Zeit keine Lieferungen aus der Produktion in Puerto Rico möglich gewesen.

Darüber hinaus haben andauernde Liefer-Engpässe eines Partners die Geschäfts-Entwicklung bei Zellkultur-Medien länger als erwartet belastet.

Meine Einschätzung: Die Wachstums-Aussichten des Unternehmens bleiben gut.

Daher sollten Sie, sofern Sie bei Sartorius investiert sind, die Ruhe bewahren und sich nicht von der aktuellen Prognose-Anpassung und des daraus resultierenden Kurssturzes aus der Ruhe bringen lassen.

Einem Konzern, der mit KGVs von über 30 bewertet wird, verzeiht der Markt halt keine Schwächen.

Allerdings war Sartorius zuvor für seine Verlässlichkeit bei der Ausgabe und Einhaltung von Prognosen bekannt.

Daher gehe ich davon aus, dass sich eine negative Prognose-Anpassung nicht so schnell wiederholen wird.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.