Sartorius trotz Corona-Krise mit Allzeithoch

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Der Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius AG hat sehr gute Quartalszahlen vorgelegt. Die Börse reagiert positiv. (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Ein deutscher Mittelständler konnte in der vergangenen Woche ein Allzeithoch an der Börse verzeichnen. Die Rede ist vom Göttinger Pharma- und Laborzulieferer Sartorius AG.

Nachdem das Unternehmen am vergangenen Dienstag sehr gute Zahlen für das 1. Quartal 2020 verkündet hatte, stieg der Kurs der Aktie deutlich an und erreichte den höchsten Stand der dreißigjährigen Börsengeschichte. Bevor ich auf die Quartalszahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen kurz vorstellen.

Sartorius AG im Porträt

Gegründet wurde das Göttinger Unternehmen durch Florenz Sartorius im Jahre 1870 als feinmechanische Werkstatt. Zunächst produzierte das Unternehmen Analysewaagen bevor es in den 1920er Jahren seine Produktpalette um Membranfilter erweiterte.

Sowohl die Wäge- als auch die Filtertechnologien sind bis heute wichtige Produktionsbereiche des Unternehmens geblieben. Darüber hinaus stellt Sartorius noch weitere Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien her.

Bereits 1914 war das Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umgewandelt worden. Es dauerte aber mehr als 75 Jahre, bis die Sartorius AG im Jahr 1990 an die Börse ging. Seit 2012 ist das Unternehmen im TecDax gelistet. Am 24. September 2018 wurde die Sartorius AG zusätzlich in den MDax aufgenommen.

Die Sartorius AG hält rund 74% des Aktienkapitals der französischen Sartorius Stedim Biotech S.A. Diese ist die Muttergesellschaft des Bioprocessing-Geschäfts des Konzerns. Darüber hinaus ist die Sartorius AG zu 100% an der Sartorius Lab Holding GmbH beteiligt, die die Muttergesellschaft des Teilkonzerns ist, der das Laborgeschäft des Konzerns umfasst.

Sehr gute Quartalszahlen

Für das 1. Quartal 2020 konnte Sartorius trotz Corona-Krise überraschend gute Zahlen vorlegen. Der Umsatz stieg gegenüber den Vergleichszahlen des Vorjahres währungsbereinigt um 16,5% auf 509,9 Mio. Euro. Der konsolidierte Auftragseingang stieg um 29,7% auf 629,4 Mio. Euro und der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) lag bei 137,9 Mio. Euro (nach 114,0 Mio. Euro im Vorjahr).

Aufgrund dieser guten Quartalszahlen und dem anstehenden Abschluss der Übernahme ausgewählter Danaher Life Science-Geschäfte hat das Unternehmen seine Prognosen für das laufende Geschäftsjahr leicht angehoben. Das Sartorius-Management rechnet nun damit, dass der Umsatz in diesem Jahr um 15 bis 19% steigen wird (bisherige Prognose: +10 bis +13%).

Allerdings weist das Unternehmen ausdrücklich darauf hin, dass die Prognose aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie sowohl hinsichtlich der Entwicklung der bestehenden Geschäfte als auch der Integration der Zukäufe mit größerer Unsicherheit behaftet ist als es üblicherweise der Fall ist.

Meine Einschätzung zur Aktie

Sartorius gehört als Zulieferer der Life-Science-Forschung und der biopharmazeutischen Industrie zu den wenigen Unternehmen, die bisher von der Corona-Pandemie profitieren konnten. Zukunftsprognosen sind in diesen unsicheren Zeiten jedoch mit großer Vorsicht zu genießen.

Heute wissen wir, dass es in der Vergangenheit stets eine gute Idee gewesen wäre, in Sartorius zu investieren. Die Kursentwicklung der vergangenen Jahre ist wahrlich beeindruckend. Doch die ambitionierte Bewertung (das KGV liegt im hohen zweistelligen Bereich) verzeiht keine Schwächen. Rücksetzer könnten aber gute Einstiegsgelegenheiten sein.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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