Sartorius und Stratec Biomedical Systems überzeugen auch in der Krise

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Die beiden Medizintechnik-Unternehmen Sartorius und Stratec Biomedical Systems schaffen es gut durch die Corona-Krise. (Foto: industrieblick / Adobe Stock)

Sartorius hat das 1. Halbjahr mit zweistelligem Wachstum bei Umsatz und Auftragseingang abgeschlossen. Der Umsatz legte um 18,1% auf 1,06 Mrd. € zu und der Auftragseingang um 27,5% auf 1,24 Mrd. €.

Das Wachstum wurde überwiegend von der dynamischen Entwicklung der Sparte Bioprocess Solutions getragen. Die Laborsparte entwickelte sich in einem schwächeren konjunkturellen Umfeld aufgrund der Corona-Pandemie moderat. Die jüngsten Akquisitionen, ausgewählte Life-Science-Geschäfte von Danaher sowie der im Dezember 2019 mehrheitlich übernommene Zellkulturmedienspezialist Biological Industries, trugen knapp 4 Prozentpunkte zum Umsatzwachstum bei.

Sartorius konnte in alle Regionen den Umsatz zweistellig steigern

In der umsatzstärksten Region EMEA legte der Umsatz um 16% zu. Die höchste Dynamik zeigte die Region Amerika, hier wuchs das Geschäft um 19,7% und in der Region Asien-Pazifik um 18,4%. Das operative Ergebnis (EBITDA) legte um 23,5% auf 293,5 Mio. € zu. Die entsprechende Marge verbesserte sich von 26,6 auf 27,8%.

Auf Basis der Entwicklung im 1. Halbjahr sowie einer für den weiteren Jahresverlauf erwarteten hohen Nachfrage erhöht Sartorius seine Prognose. 2020 geht der Vorstand von einer Erhöhung des Umsatzes von 22 bis 26% (bisher 15 bis 19%) sowie einer EBITDA-Marge von 28,5% (bisher 27,5%) aus. Ein Teil des zusätzlichen, erwarteten Geschäfts ist auf Covid-19 zurückzuführen. Die Produkte werden sowohl bei der Herstellung von Impfstoffen als auch von antiviralen Medikamenten eingesetzt.

Unternehmensporträt

Sartorius wurde 1870 gegründet und ist heute in den beiden Segmenten Bioprocess Solutions (Einwegprodukte für die Medikamentenherstellung) und Lab Products & Services (Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien) tätig. Das Unternehmen verfügt in Europa, Asien und USA über eigene Produktionsstätten.

Stratec Biomedical Systems profitiert von der Corona-Pandemie

Im 1. Halbjahr steigerte Stratec den Umsatz um 9,9% auf 119,4 Mio. €. Dieses Wachstum war auf eine deutliche Umsatzsteigerung bei Systemen (30,6%) sowie bei Serviceteilen und Verbrauchsmaterialien (20,6%) zurückzuführen. Insbesondere im 2. Quartal profitierten beide Bereiche von der höheren Nachfrage nach in-vitro-Diagnostika zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Dieser Anstieg konnte den vorübergehenden Nachfragerückgang bei einigen Systemlinien erheblich ausgleichen, da medizinische Tests während der weltweiten Sperrungen verschoben wurden.

Im Gegensatz dazu und im Einklang mit den Erwartungen, aufgrund der außergewöhnlich hohen Vergleichsbasis, die sich aus dem Vorjahreswert von 23,5 Mio. € ergibt, ging der Umsatz mit Entwicklung und Dienstleistungen um 49,9% auf 11,8 Mio. € zurück. Das operative Ergebnis (EBIT) stieg um knapp 44% auf 18,4 Mio. €. Dementsprechend verbesserte sich die EBIT-Marge um 360 Basispunkte auf 15,4%. Der starke Anstieg war insbesondere auf positive Skaleneffekte sowie einen starken Umsatz- und Produktmix zurückzuführen. Im Gegensatz dazu wirkten sich Bewertungspositionen mit 200 Basispunkten negativ auf die Marge aus.

Stratec Biomedical Systems hob seine Prognose für dieses Jahr an

Angepeilt wird jetzt ein Umsatzwachstum von 14 bis 18%. Bisher wurde ein Anstieg im unteren zweistelligen Prozentbereich in Aussicht gestellt. Die EBIT-Marge wird zwischen 15,5 und 16,5% erwartet. Wir gehen davon aus, dass die starke Geschäftsdynamik weiterhin anhält.

Unternehmensporträt

Die 1979 gegründete Stratec Biomedical Systems projektiert, entwickelt und produziert vollautomatische Systeme für Partner aus der klinischen Diagnostik und Biotechnologie. Die Partner vermarkten die Systeme weltweit als Systemlösung gemeinsam mit ihren Reagenzien an Labors und Forschungseinrichtungen. Das Unternehmen entwickelt seine Produkte mit eigener patentgeschützter Technologie.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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