Scale: Kursfeuerwerk am 1. Tag des neuen Börsen-Segments

Der neue US-Präsident Donald Trump hat dafür gesorgt, dass der deutsche Leitindex DAX die 12.000-Punkte-Marke überspringen konnte.

Trump hielt vor dem Kongress eine relativ freundliche Rede und ging sogar auf die politischen Gegner ein: Es sei an der Zeit, die „kleinlichen Kämpfe“ zu überwinden.

Obwohl Trump noch immer kein konkretes Regierungs-Programm vorgestellt hat, reichten die moderaten Töne für ein dickes Plus an der Börse:

Der DAX legte um fast 2% zu und kletterte auf 12.067 Punkte – hoffentlich ein gutes Omen für das neue Börsen-Segment in Deutschland.

Scale – Das neue Börsen-Segment in Deutschland

Am heutigen Tag fiel der Startschuss für ein neues Börsen-Segment in Deutschland.

Das Segment, das den Entry Standard ersetzen soll, wurde auf den Namen „Scale“ getauft. Es ist ein Segment für sogenannte KMUs – also kleine und mittelgroße Unternehmen.

14 Jahre nach dem Ende des „Neuen Marktes“ hat die Deutsche Börse also wieder ein neues Wachstums-Segment eröffnet.

Das Börsen-Segment Scale richtet sich v. a. an kleine und mittelgroße Firmen und soll diesen den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern.

Mit dem Startschuss am heutigen Tag sind bereits 43 Konzerne dabei.

Dazu zählen etwa der Immobilien-Spezialist Publity und das Industrie-Unternehmen Nanogate, die mit ihren Aktien im Segment Scale gelistet sind.

Daneben sind beispielsweise auch der traditionsreiche Fußballverein Schalke 04 und die Karlsberg-Brauerei vertreten – allerdings mit Anleihen und nicht mit Aktien.

Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter sagte zum Start von Scale, dass dieses Segment Investoren die Chance biete sich am deutschen Mittelstand zu beteiligen.

„Dazu werden wir, sobald möglich, einen Index auf Scale auflegen“, kündigte der Börsenchef an. „Dieser Index wird ein wichtiger wirtschaftlicher Indikator werden“, so Kengeter weiter.

Doch was müssen Unternehmen tun, um mit ihren Anleihen oder Aktien im neuen Börsen-Segment Scale gelistet zu werden?

Diese Kriterien sind für eine Zugehörigkeit zu erfüllen

Konzerne, die in das neue Börsen-Segment aufgenommen werden wollen, müssen mind. 3 von 5 Kriterien erfüllen:

Die Firmen, die alle 5 Kriterien erfüllen wollen, müssen folgendes aufweisen:

  1. einen Umsatz von mind. 10 Mio. €,
  2. einen Jahres-Überschuss von mind. 0 € (also kein negatives Ergebnis),
  3. ein bilanzielles Eigenkapital, das größer als 0 € sein muss,
  4. ein kumuliertes, eingesammeltes Eigenkapital von mindestens 5 Mio. €
  5. und eine Mitarbeiterzahl von mind. 20 Personen.

Für eine Aufnahme in das neue Börsen-Segment reicht jedoch, wie bereits geschrieben, die Erfüllung von 3 der genannten 5 Kriterien.

Zudem müssen sich die Unternehmen zu vergleichsweise großer Transparenz verpflichten:

Vorgeschrieben sind eine jährliche Investoren- bzw. Analysten-Präsentation, die Erstellung eines Unternehmens-Kalenders und Research-Berichte, wobei die Firmen die Research-Häuser mit den dafür notwendigen Infos versorgen müssen.

Eine Bereicherung für die deutsche Börsen-Landschaft

Für mich ist das neue Börsen-Segment Scale aus heutiger Sicht eine Bereicherung für die deutsche Börsen-Landschaft.

Schließlich ist die Zahl der börsennotierten Konzerne in Deutschland seit Jahren rückläufig und mehr Börsengänge führen dazu, dass es mehr spannende Unternehmen an der Börse gibt.

Allerdings darf das neue Segment kein Nachfolger des gescheiterten „Neuen Marktes“ werden – auch wenn in den Medien im Kontext mit Scale immer wieder vom Nachfolger des „Neuen Marktes“ geschrieben wird.

Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Deutsche Börse mit ihren recht strengen Kriterien für eine Aufnahme in das neue Börsen-Segment die notwendigen Vorkehrungen dafür getroffen hat und dass ich Ihnen in der Zukunft davon berichten kann, dass es sich bei Scale um eine Erfolgsgeschichte handelt.

1. März 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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