Schein-Inflation: Strompreis steigt auf neue Rekordhochs

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Preissteigerungen in einigen Bereichen sind noch kein Anzeichen für eine allgemein steigende Inflation. (Foto: chinasong)

Wie Berechnungen des Vergleichs- und Vermittlungsportals Check24 zeigen, ist der Strompreis allein im ersten Halbjahr 2019 in Deutschland weiter um 2 Prozent angestiegen. Eine durchschnittliche vierköpfige Familie zahlt damit fast 1.500 Euro im Jahr nur für den Strom. Damit haben wir einen der teuersten Strompreise in der ganzen Welt. Zum Vergleich: Die Preise für Strom sind in den Nachbarländern Österreich und den Niederlanden nur halb so hoch wie in Deutschland.

Diese weiter steigenden Strompreise suggerieren für viele Verbrauchen eine „Inflation“. Doch solche Preiserhöhungen haben nichts mit einer Inflation, also einer Ausweitung der umlaufenden Geldmenge, zu tun, sondern sind die alleinige Folge einer völlig verfehlten Energiepolitik, welche die Mehrheit der Bevölkerung durch überteuerte Strompreise ausnutzt, damit wenige Nutznießer damit Geld verdienen können. Durch die Einspeisevergütung wird heute Solar- und Windstrom zu willkürlich festgelegten, viel zu hohen Preisen vergütet – Kosten, die auf alle Stromkunden über die Stromrechnung verteilt werden.

Inflation wird künstlich hochgrechnet

Da jedoch der Strompreis in die Berechnung der Inflationsrate mit einfließt, wird hier eine „Inflationsrate“ berechnet, die viel zu hoch ist, denn mit der Geldmenge haben diese Preiserhöhungen rein gar nichts zu tun. Doch was für den Strom gilt, trifft heute auch für viele andere Preise zu. 40 Prozent der gesamten Wirtschaft werden heute über den Staat geregelt, der monopolartig die Preise beeinflusst und festsetzt. So haben auch steigende Preise beispielsweise bei der Deutschen Bahn oder der Deutschen Post nichts mit einer Inflation durch Geldmengenausweitung zu tun, sondern sind einfach Preiserhöhungen von Staatsmonopolisten. Dazu kommen alle Arten von Gebühren bei staatlichen Stellen, die immer nur nach oben gehen.

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Für Sie heißt das, dass nicht alles als „Inflation“ zu sehen ist, was mit steigenden Preise verbunden ist. Meist geht es da nur um Staatsmonopole und willkürliche administrative Preiserhöhungen, unabhängig von der Geldmenge. Eine tatsächliche Inflation ist nach wie vor nicht in Sicht und ich gehe weiter sogar davon aus, dass die Deflation bei der nächsten Finanzkrise die eigentliche Gefahr sein wird.

Meine Auffassung wird auch durch die Geldpolitik der EZB bestätigt. Die versucht bekanntlich seit mehreren Jahren durch verschiedene Maßnahmen die Inflationsrate im Euro-Raum auf mindestens 2 Prozent zu erhöhen. Bislang, wie Sie wissen, ohne durchschlagenden Erfolg. Eine Deflation dagegen entsteht, wenn sich in einer Krise die umlaufende Geldmenge verringert, weil dann Geld, statt in den Konsum, vermehrt in den Schuldendienst fließt, weil Banken in einer Finanzkrise unter Druck kommen und Kredite kündigen. Das führt zu einer Verminderung der Massenkaufkraft und kann die Lage dramatisch verschärfen.


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Günter Hannich
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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