Scherzer: Die Übernahme-Spezialisten

Lernen Sie jetzt eine spannende Beteiligungsgesellschaft kennen, die einen besonderen Fokus auf Übernahmen hat. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Der deutsche Aktienmarkt hat heute erste Erholungstendenzen gezeigt. Der Leitindex DAX kletterte wieder über die 12.000-Punkte-Marke. Da seit dem Wochenende klar ist, dass es in Deutschland keine Neuwahlen gibt, hat sich ein politisches Risiko, das in der Vorwoche noch den Markt belastet hat, in Luft aufgelöst.

Blicken wir heute aber nicht auf den DAX, sondern auf ein Unternehmen aus der zweiten deutschen Börsenreihe: Kennen Sie die Beteiligungsgesellschaft Scherzer? Nein? Dann sind Sie in guter Gesellschaft. Denn ich gehe davon aus, dass der Großteil der Leser des „Schlussgongs“ das Unternehmen (noch) nicht kennt. Das liegt vor allem daran, dass Scherzer recht klein und in keinem der 4 bekannten Indizes (DAX, MDax, SDax, TecDax) gelistet ist.

Ich möchte Ihnen das Unternehmen Scherzer heute vorstellen und im Anschluss daran auf die jüngsten Zahlen eingehen.

Scherzer: Beteiligungsgesellschaft mit Übernahme-Fokus

Die Scherzer & Co. AG ist eine in Köln ansässige Beteiligungsgesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, durch sowohl sicherheits- als auch chancenorientierte Investments einen langfristig angelegten Vermögensaufbau zu betreiben.

Unter sicherheitsorientierten Gesichtspunkten werden Beteiligungen in Abfindungswerte und Value-Aktien eingegangen, bei denen der Börsenkurs nach unten abgesichert erscheint. Kursstabilisierende Merkmale können hierbei beispielsweise eine exzellente Bilanz- und Ergebnisqualität im Bereich der Value-Aktien sein. Investiert wird ebenso in Unternehmen, die bei kalkulierbarem Risiko ein erhöhtes Chancenpotenzial aufweisen.

Das Scherzer-Management fokussiert sich dabei insbesondere auf ausgewählte wachstumsstarke Gesellschaften, die ein nachhaltiges Geschäftsmodell aufweisen. Analysiert wird der Markt aber auch in Bezug auf Sondersituationen, die aus unterschiedlichsten Gründen attraktive Chance/Risikoverhältnisse bieten können.

Darüber hinaus nimmt Scherzer an aussichtsreichen Kapitalmaßnahmen oder Umplatzierungen teil. In Summe ist Scherzer also eine Beteiligungsgesellschaft, die bei ihren Beteiligungen großen Wert auf Sicherheit legt und damit auch als eine Art Fondslösung im Value-Bereich fungieren kann.

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Erfolgreiches Geschäftsjahr 2017

Scherzer hat das Geschäftsjahr 2017 mit einem deutlichen Gewinn abgeschlossen. Nach vorläufigen Zahlen wurde ein operativer Gewinn (EBIT) von 8,2 Mio. Euro und ein Vorsteuergewinn von 8,0 Mio. Euro ermittelt.

Der Tageswert der Portfoliopositionen der Scherzer & Co. AG betrug unter Berücksichtigung der Verbindlichkeiten der Gesellschaft zum Monatsende Februar 2018 exakt 2,85 Euro je Aktie. Mit einem aktuellen Kurs von 2,80 Euro notiert die Scherzer-Aktie damit leicht unter dem Substanzwert.

Das sind die derzeit wichtigsten Positionen im Portfolio von Scherzer

Die derzeit 10 größten Positionen im Portfolio von Scherzer sind die GK Software SE, Freenet, die Oldenburgische Landesbank, die Allerthal-Werke AG (eine Beteiligungsgesellschaft), Audi, , Horus (Unternehmensberatung und Beteiligungen), K+S, Mobotix (Hard- und Software-Spezialist), Vorzugsaktien von MAN und Lotto 24.

Laut aktueller Meldung hat Scherzer die Beteiligung an der Pfeiffer Vacuum Technology AG zuletzt reduziert, ihre Beteiligung an der Linde AG (alt) aufgestockt sowie eine Position in der Innogy SE neu aufgebaut.

Aus meiner Sicht ist die Scherzer-Aktie eine interessante, kleine Depotbeimischung für Value-Investoren, die von den sich im Übernahmegeschäft bietenden Chancen profitieren wollen. Kauf-Order sollten – wie immer bei Nebenwerten – mit einem Limit versehen werden. Als maximale Kaufobergrenze bietet sich der Substanzwert pro Aktie an, der einmal pro Monat von Scherzer veröffentlicht wird.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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