Schlechte Zeiten für den Euro | Brent Crude erreicht 60 US-Dollar

Die Rallye des Euro ist für dieses Jahr eventuell schon vorbei: Bei knapp 1,21 EUR/USD am 8. September macht der Euro eine Kehrtwende. (Foto: Avigator Thailand / shutterstock.com)

Die Rallye des Euros ist für dieses Jahr eventuell schon vorbei; bei knapp 1,21 EUR/USD am 8. September macht der Euro eine Kehrtwende.

Jetzt geht es wahrscheinlich noch weiter bergab. Zusätzlich dazu gibt es im Chart noch zwei weitere bärische Signale, die einen baldigen Anstieg sehr schwer machen.

Euro-Chart sieht düster aus

Der Euro hat seit seinem Hoch bei fast 1,21 bereits knapp 5 Cent abgegeben. Aktuell notieren wir über 1,16 EUR/USD.

Doch damit nicht genug, die 100-Tage-Linie wurde deutlich durchbrochen. Diese sehen Sie im Chart Blau eingezeichnet und steil ansteigend.

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Der eigentliche Hammer ist aber die Schulter-Kopf-Schulter-Formation, die weiter fallende Kurse sehr wahrscheinlich macht.

Die grauen Halbkreise stellen in diesem Zusammenhang das stärkste bärische Muster dar.

Der Euro ist direkt nach dem Bruch der 100-Tage-Linie aus der rechten Schulter nach unten abgefallen. Schnell war die Währung 2 Cent weniger wert.

In den nächsten Tagen kann der weitere Fahrplan so aussehen:

Wir steigen noch einmal Richtung 100-Tage-Linie und testen die Schulter, doch danach geht es weiterhin bergab.

Kurse unter der 1,15 konnten wir uns vor wenigen Wochen kaum vorstellen, und jetzt sind sie in greifbare Nähe gerückt.

Außerdem steigt der US-Dollar passend dazu an. Die mittelfristigen Vorzeichen bei EUR/USD sind also eindeutig negativ.

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Für etwas Spannung, Überraschung und v. a. weitere Volatilität kann Donald Trump die nächsten Tage sorgen. Denn er will die zukünftige Spitzenposition der US-Notenbank FED bekanntgeben.

Das sollte zumindest für ein wenig Reaktionen sorgen. Die Leitung der Notenbank ist vor allem für die Entscheidung in puncto Leitzinsen wichtig und das kann die Märkte bewegen.

Einen gigantischen Kurssprung erwarte ich zwar nicht, aber kurzzeitig sollten die Währungen ein wenig mehr Bewegung zeigen.

Brent-Rohöl am Ziel

Wie angekündigt, hat Brent die Marke von 60 US-Dollar erreicht. Die Aufwärts-Trendlinie hat ihre Aufgabe mit Bravour vollzogen.

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Jetzt, wo wir die 60 US-Dollar pro Barrel geknackt haben, könnten die Kurse noch einmal nachgeben oder in eine Seitwärts-Phase übergehen.

Der Slow-Stochastic-Indikator ist bereits im überkauften Bereich, signalisiert aber noch keine Wende. Der RSI gibt auch noch kein überkauftes Signal.

Eine Weile könnte die Rallye bei Rohöl also noch weitergehen. Solange die Trendlinie nicht gebrochen wird, bleibt der Markt auch ganz klar bärisch.

Die Frage ist allerdings, wohin die Reise des Öl noch gehen soll:

Richtung 61 US-Dollar würde Sinn ergeben, denn hier liegt noch eine Kurslücke aus 2015. Doch ob die Kurse danach noch groß ansteigen, werden wir sehen.

Das ist für Sie zu tun

Falls Sie investiert sind, ziehen Sie die Stops regelmäßig bis zu kurz unter die Trendlinie nach. Somit haben Sie Ihre Gewinne auf jeden Fall abgesichert.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.