Schlumberger: Erfolgreich bei der Ölsuche

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Die Ölnachfrage steigt und die Suche nach Öl wird immer schwieriger. Ein Konzern, der die internationalen Ölmultis bei der Suche nach neuen Quellen unterstützt, ist Schlumberger. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Dienstleistungen, wie sie Schlumberger anbietet, sind heute sehr gefragt.

Da der Konzern über ein im Lauf der Jahre erworbenes spezielles Know-how verfügt, ist er nicht oder kaum zu ersetzen. Weil die Ölnachfrage aus heutiger Sicht in den nächsten Jahrzehnten mit großer Sicherheit bei knapper werdenden Lagerstätten weiter steigen wird, wachsen auch die Explorationsaktivitäten der Ölkonzerne.

Da die großen Ölquellen nahezu erschlossen sind, geht es jetzt an die kleineren und schwieriger zu erreichenden Vorkommen. Dabei spielen neue Technologien eine immer größere Rolle. Neben eigenen Entwicklungen hat Schlumberger sein Know-how in der Vergangenheit durch Zukäufe ausgebaut, um noch besser am Markt positioniert zu sein. Eine Strategie, die sich in den letzten Jahren ausgezahlt hat.

Profitables Seismik-Geschäft

Langfristig werden in den nächsten Jahren mehr als 200 Mrd. $ jährlich in die Erschließung neuer Ölfelder in Westafrika, Sibirien oder der kaspischen Region investiert. Schlumberger wird hiervon profitieren, denn die Öldienstleister sind es, die neue Felder orten, Probebohrungen durchführen und erschließen.

Der Konzern hat in der Branche auch wegen des Know-how im Bereich Seismik einen guten Namen. Dieses beinhaltet ein Verfahren, das die Erdkruste mittels künstlich erzeugter seismischer Wellen erforscht, grafisch abbildet und für die Exploration und Prospektion von Rohstoffen angewandt wird. Mit dieser Technologie verdient das Unternehmen gut.

23% Gewinnsteigerung

Über das Geschäftsjahr 2013 kann sich Schlumberger nicht beklagen. Der Umsatz stieg um 8,5%, der Gewinn um knapp 23% und der Cashflow um fast 50%. Das Auslandsgeschäft, auf das rund 70% des Gesamtumsatzes entfallen, legte sogar um 11,3% zu und war mit einer operativen Marge von 22,2% auch profitabler als die Aktivitäten auf dem Heimatmarkt, die eine Marge von 19,7% erzielten.

Kurse Laptop – shutterstock_532873330 phongphan

Schlumberger-Aktie: Ölkonzerne investieren wiederDer niedrige Ölpreis setzt zahlreiche Firmen unter Druck. Schlumberger setzt auf Investitionen – und zahlt Anlegern eine satte Dividende. › mehr lesen

Die insgesamt starke operative Entwicklung hatte auch positive Auswirkungen auf die Bilanz. Die Eigenkapitalquote stieg auf 59% und die liquiden Mittel um gut ein Drittel auf 8,4 Mrd. $. Damit fiel es Schlumberger leicht, seine Aktionäre mit einer um 28% auf 40 Cent pro Aktie erhöhten Quartalsdividende am Geschäftserfolg zu beteiligen.

Solider Jahresauftakt …

Ein wachsender Absatz von neuen Technologien hat sich trotz des harten Winters, der die Aktivitäten in Russland, China und Nordamerika beeinflusste, positiv auf die Ergebnisse des 1. Quartals ausgewirkt. So stieg der Gewinn um rund 26% auf 1,6 Mrd. $. Der Umsatz erhöhte sich um 6,3% auf 11,2 Mrd. $. Für 2014 geht Schlumberger weiterhin davon aus, dass sich die Ausgaben seiner Kunden im Zusammenhang mit Bohrungen um 6% erhöhen werden.

… und eine weitere Übernahme

Im März gab Schlumberger die Übernahme der SES Holding (Saxon) bekannt. Das Unternehmen bietet internationale Bohrdienstleistungen zu Land an, betreibt momentan eine Flotte von 87 Plattformen (70 Bohrund 17 Workover-Plattformen) in 10 Ländern und offeriert Supportleistungen für weitere 35 Plattformen weltweit. Die Übernahme steht unter dem Vorbehalt der üblichen behördlichen Genehmigungen.

Fazit

Die großen Ölkonzerne haben vor einigen Jahren angesichts niedriger Ölpreise nur wenig in die Erschließung neuer Vorkommen investiert. Jetzt leeren sich die bestehenden Lagerstätten, gleichzeitig wird die Suche nach neuen Quellen immer schwieriger und teurer. Die Öl-Konzerne stecken viel Geld in die Erschließung neuer Vorkommen.

Dienstleistern wie Schlumberger kann es dabei egal sein, wie viel das Öl kostet und ob welches gefunden wird. Langfristig wird der Konzern von den fortgesetzten Bemühungen der Öl- Multis, neue Vorkommen zu erschließen, profitieren. Schlumberger erfüllt 7 von 8 messbaren Qualitätskriterien. Für die durchschnittliche jährliche Kursrendite haben wir einen Wert von 15% errechnet. Dabei beträgt die Sicherheitsmarge 53%.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.