Schon heute an morgen denken

Wie steht es denn um Ihre Altersvorsorge? Wenn Sie diesen Satz schon als Student gehört haben, dann hatten Sie es mit Sicherheit mit einem MLP-Berater zu tun.

Der Finanz-Vermittler mit einem Fokus auf Akademiker ist vor Jahren in die Kritik geraten: viel Vertrieb, eher dürftige Leistung.

Doch der Gesetzgeber hat während der vergangenen Jahre gegengesteuert: Vertrieb ohne Beratung geht so gut wie nicht mehr. Was bedeutet das für die Aktie?

MLP (Marschollek, Lautenschläger & Partner) ist ein führender europäischer Anbieter im Bereich Private Finance für Akademiker.

Zu den Kunden gehören:

  • Führungskräfte aus Wirtschaft und Technik,
  • Ingenieure,
  • IT-Spezialisten,
  • Freiberufler und Selbstständige,
  • Juristen,
  • Mediziner
  • und Pharmazeuten.

Geschäftsstellen befinden sich an fast allen Hochschul-Standorten Deutschlands, Österreichs, der Schweiz und der Niederlande.

MLP findet kaum geeignete Kunden-Betreuer

MLP muss sich in einem schwierigen Umfeld behaupten:

Die Niedrigzins-Phase macht dem Finanz-Dienstleister zu schaffen. Besonders das angestammte Geschäftsfeld mit Lebensversicherungen ist schon lange nicht mehr profitabel.

Auch in der Vermögens-Verwaltung sinken die Erlöse, zumal die Unsicherheit an den Märkten durch das BrExit-Votum noch einmal verstärkt wurde.

Mit der Übernahme des Versicherungs-Maklers DOMCURA vor 1 Jahr sollte das Geschäft mit Sachversicherungen gestärkt werden, um das Unternehmen breiter aufzustellen.

Im 1. Halbjahr erzielte MLP einen Umsatz von 284 Mio. €. Das entspricht einem Anstieg um 15,8%. Allerdings sank die Profitabilität noch weiter: Der Gewinn ging um 15,2% auf 5,6 Mio. € zurück.

Der Grund dafür ist u. a. ein Effizienz-Programm, das die Kosten ab 2017 deutlich senken soll, aber zunächst einen Einmal-Aufwand in Höhe von rund 15 Mio. € nach sich zieht.

In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Sparrunden durchgeführt.

Wir sind deshalb skeptisch, ob das Programm tatsächlich die angekündigten Effekte erzielen kann. Eine weitere Herausforderung ist für MLP die Gewinnung geeigneter Kunden-Betreuer.

Zwar stieg die Anzahl der Mitarbeiter um 17% auf 1.800, doch ist dieser Effekt einzig und allein auf die DOMCURA-Übernahme zurückzuführen.

Dank der Übernahme legte MLP bei Sachversicherungen deutlich zu.

Warten Sie besser ab!

Auf einem weiteren Ausbau dieses Geschäftszweigs ruhen die Zukunfts-Hoffnungen. In den kommenden 6 – 12 Monaten erwarten wir eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Zwar punktet die Aktie mit einer soliden Dividende von 3,1%, dich bleiben Risiken wie das angespannte Marktumfeld und die geringe Profitabilität.

MLP muss sich neu erfinden. Sie als Anleger sollten abwarten!

6. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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