Schon wieder Rot: Holt die Realität den US-Markt ein?

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Dow Jones mit deutlichen Verlusten schon am zweiten Tag in Folge. Gold steigt dagegen besonders stark an. Wie stehen die Chancen, dass es so weitergeht? (Foto: Billion Photos / Shutterstock.com)

Spüren Sie es auch? Die Börse hat etwas an Dynamik gewonnen. Der DAX konnte sich heute kurz über die 13.000 Punkte-Marke kämpfen und prompt ging es unter 12.950 Punkte. Das Tagestief liegt bei 12.927. Und danach ging es wieder hoch über 13.000. Uns soll es recht sein. Hauptsache ein wenig Bewegung. Die Börse war einfach zu eingeschlafen in den vergangenen Wochen – insbesondere der DAX!

Dow Jones mit zwei roten Kerzen in Folge

Das hatten wir seit 60 Tagen nicht mehr! Der Dow Jones hat heute die EMA-50 berührt. Fällt er auch unter die gewichtete 50-Tagelinie, könnte es den unteren Bereich des Trendkanals anlaufen. Bis 26.500 Punkte wäre also theoretisch Luft.

Aus Anlegersicht wäre aber sicherlich schon die 27.000 Punkte-Marke von Bedeutung. Sackt der Dow Jones von 28.000 auf 27.000 ab, wäre das für viele ein Zeichen, dass wir vorerst die Allzeithochs nichts erneuern werden.

Im Gegensatz zum Dow Jones hält sich der DAX heute sehr stabil. Auch wenn es zwischenzeitlich nach unten ging.

Aktien fallen – Gold steigt

Während die Aktien verkauft werden, kann Gold die Chance nutzen und wieder zulegen. Es wurde sogar das letzte Hoch überwunden. Sehen wir jetzt eine 1-2-3-Umkehrformation?

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Eigentlich ist diese schon fast bestätigt. Wir müssen nur heute noch höher schließen. Wenn die 1.480 US-Dollar überwunden würden, wäre das ein gutes Zeichen. Aber denken Sie daran: Der Abwärtstrendkanal ist weiterhin intakt!

Dass der Goldpreis jetzt die 1.500 US-Dollar erreicht, ist unwahrscheinlich. Sollte das passieren, ist das auf jeden Fall sehr bullisch zu werten. Die größere Wahrscheinlich liegt allerdings darin, dass wir bald wieder nach unten drehende Kurse sehen – zumindest noch für die nächsten zwei Wochen. Erst ab dem 15. Dezember kann Gold vielleicht durch die Saisonalität unterstützt nach oben drehen und bis Ende Februar steigen. Halten Sie sich mit Long-Positionen also noch etwas zurück.

Trendabschwächung beim Rohöl?

So sieht es aktuell immerhin aus. WTI ist aus seinem steigenden Trendkanal herausgefallen und steigt jetzt eventuell weiter, aber nur deutlich langsamer. Die Handelsspanne behalten wir in etwa bei. Im neuen Trendkanal bewegen sich die WTI-Preise bereits seit Anfang November.

Crude Oil hat übrigens im Dezember einen ähnlich Verlauf, wie DAX und Gold: Die ersten zwei Wochen geht es Richtung Süden. Mitte Dezember steigt es dann wieder nach oben, allerdings wesentlich zaghafter als bei DAX und Gold. Rohöl macht dann nur etwa die Hälfte seiner Verluste der ersten Dezemberwochen wieder gut.

Der große Trade liegt jetzt im Verkauf. Die saisonale Erholung ist überschaubar. Ähnlich verläuft dann auch der Januar. Erst ab kurz vor Mitte Februar ziehen die Preise beim Rohöl üblicherweise an. Sie können sich also jetzt schon richtig positionieren.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.