Schuldenfreie Unternehmen: Hermle

In der ersten Handelswoche des neuen Jahres stelle ich Ihnen 5 börsennotierte Unternehmen vor, die netto schuldenfrei sind.

Die hier präsentierten Unternehmen erwirtschaften Gewinne und brauchen sich über die Kreditversorgung keine Gedanken machen.

Maschinenfabrik Hermle: Fräsmaschinen-Hersteller mit Qualitätssiegel

Im fünften und letzten Teil der Serie möchte ich Ihnen die Maschinenfabrik Berthold Hermle vorstellen. Das Unternehmen aus dem schwäbischen Gosheim beschäftigt rund 800 Mitarbeiter und gehört zu den weltweit führenden Fräsmaschinen-Herstellern.

Die Produkte sind in der Branche für ihren hohen Qualitätsstandard bekannt und werden unter anderem in der Medizin- und Luftfahrttechnik eingesetzt.

Seit 2004 expandiert das Unternehmen erfolgreich in das europäische Ausland und setzt mit Russland und China auch auf das hohe Wachstumspotenzial der Schwellenländer.

Halbjahreszahlen lassen auf Spitzenjahr schließen

Die hohe Qualität der Hermle-Produkte hat dafür gesorgt, dass selbst im Krisenjahr 2009 Gewinne erwirtschaftet wurden. Während bei vielen anderen Maschinenbauern aufgrund des Nachfrage-Einbruchs unter dem Strich Verluste standen, behielt Hermle seine weiße Weste.

In den vergangenen 10 Jahren wurden ausschließlich Gewinne eingefahren.

Dank der Belebung im Maschinenbau konnte das Unternehmen 2010 einen Gewinnsprung verkünden. Alles deutet darauf hin, dass 2011 ein noch wesentlich besseres Geschäftsjahr für den Fräsmaschinen-Hersteller war.

Auf der Hauptversammlung im Juli hat der Chef des Familienunternehmens, Dietmar Hermle, die aktuellen Geschäftszahlen genannt, die allesamt auf ein Spitzenjahr schließen lassen.

Auftragseingang und Auftragsbestand haben sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Der Umsatz stieg um 75%.

Da die jüngsten Prognosen zum deutschen Maschinenbau selbst für 2012 optimistisch sind und auf ein kleines Wachstum hindeuten, dürften die Hermle-Geschäfte in der zweiten Jahreshälfte 2011 weiterhin sehr gut gelaufen sein.

Maschinenbauer ohne Finanzierungssorgen

Hermle braucht sich über die finanzielle Zukunft des Unternehmens keine Gedanken zu machen. Seit Jahren verzichtet das Unternehmen auf Bankkredite. Die Schwaben weisen in ihrer Bilanz eine Eigenkapitalquote von 69% aus, sodass die finanzielle Stabilität gewährleistet ist.

Operative Stabilität ist durch die Familie Berthold Hermle gewährleistet, die zusammen mit dem Ehrenaufsichtsrat Günther Leibinger die Aktienmehrheit des Unternehmens kontrolliert.

Hermle-Aktie legt auch 2011 zu

Die Hermle-Aktie ist aktuell für ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 10 zu haben. Aufgrund der erwarteten Konjunktur-Abkühlung sowie der Marktenge (nur wenige hundert Hermle-Aktien wechseln täglich den Besitzer) verlangt der Markt einen größeren Sicherheitsabschlag.

Die Jahres-Performance des Fräsmaschinen-Herstellers ist trotzdem positiv. Während der Gesamtmarkt rund 15% verlor, konnte die Hermle-Aktie um etwa 10% zulegen.

Auch langfristig betrachtet hätte sich eine Investition gelohnt. Wer 2002 in die Aktie investierte, liegt aktuell rund 450% im Plus.

6. Januar 2012

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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