Schwache Daten von der deutschen Konjunktur-Front

Die deutsche Wirtschaft läuft heiß, so der Grundtenor der Massenmedien. Die harten Fakten sprechen derzeit allerdings eine andere Sprache… (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

In diesen vorweihnachtlichen Tagen des Jahres 2017 dominieren überaus optimistische Prognosen die Schlagzeilen.

Die deutsche Wirtschaft strotze nur so vor Kraft und laufe heiß, das ist der Grundtenor der Jubelarien.

Ein Blick auf die harte Datenlage offenbart aber ein gänzlich anderes, ja differenziertes Bild der wahren Lage:

Umsatz-Rückgang im Oktober

Ende November veröffentlichte das Statistische Bundesamt die amtlichen Zahlen zur Entwicklung des Einzelhandels im Oktober.

Fakt sei demnach, dass der Umsatz der deutschen Einzelhändler im Oktober 2017 so stark geschrumpft ist wie seit über einem Jahr nicht mehr.

Der nominale Umsatz ging um 1% im Vergleich zum Vormonat zurück.

Der reale, also preisbereinigte Umsatz war noch stärker rückläufig: Hier bezifferten die Statistiker das Minus auf 1,2%.

Von der Nachrichten-Agentur Reuters befragte Analysten hatten bei den Umsätzen ein Plus von 0,3% erwartet.

Einen so schwachen Monat hat es seit dem September des vergangenen Jahres nicht mehr für die deutschen Händler gegeben.

Schlechte Zahlen aus dem verarbeitenden Gewerbe

Aber nicht nur aus dem Handel kamen schlechte Umsatz-Zahlen. Selbst das verarbeitende Gewerbe konnte im Oktober nicht wirklich mit Erfolgszahlen glänzen.

Das Statistische Bundesamt gab folgendes bekannt:

Der preisbereinigte Umsatz im verarbeitenden Gewerbe lag nach vorläufigen Angaben im Oktober 2017 saison- und arbeitstäglich bereinigt um sage und schreibe 2,1% niedriger als im Vormonat.

Hinzu kommt, dass die Zahlen schon in den Vormonaten schlecht ausgefallen sind:

Für September 2017 ergab sich ein Rückgang von 1,2% im Vergleich zum August 2017 und im August betrug das Minus 1,8%.

Wenig überraschend ist auch, dass die tatsächliche Produktion im produzierenden Gewerbe schwach ausfiel: Diese sank im Oktober gegenüber dem September um 1,4%.

Dabei handelt es sich um den schwächsten Wert seit 10 Monaten.

Für den September 2017 ergab sich nach Revision der vorläufigen Ergebnisse ein Rückgang von 0,9% gegenüber August 2017.

Schwache Industrie-Produktion

Auffällig ist hier insbesondere, dass die Industrie-Produktion im Oktober 2017 gegenüber dem Vormonat um 2% gefallen ist.

Innerhalb der Industrie nahm die Produktion von Investitions-Gütern um 2,7% ab, die Produktion von Konsum-Gütern um 2,6%.

Bei den Vorleistungs-Gütern ging die Produktion gegenüber dem Vormonat um 1,0% zurück. Außerhalb der Industrie ging die Bauproduktion um 1,3% zurück.

Ja, liebe Leser, die harten Zahlen deuten darauf hin, dass die deutsche Wirtschaft längst nicht so „boomt“ wie vermutet.

Und so ist es auchg ut möglich, dass der nächste Abschwung schneller kommt, als dies von den meisten „Experten“ erwartet wurde.


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Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.