Schwache Rohstoffpreise deuten Crash an den Finanzmärkten an

Die Warnsignale an den internationalen Finanzmärkten nehmen immer mehr zu: Aktuell fallen die Preise vieler Rohstoffe in den Keller. Zunächst schauen die meisten Marktbeobachter nur auf die Entwicklung des Ölpreises.

Das ist auch sicherlich auch der Rohstoff, die auf uns alle den größten direkten Einfluss hat. Wir sehen jeden Tag an der Tankstelle die Preise und haben eine Vorstellung davon, ob es aufwärts oder abwärts geht

Das ist bei anderen Rohstoffen schon deutlich schwieriger. Oder wissen Sie ob der Kupfer- oder Nickelpreis in den vergangenen vier Wochen zugelegt oder zurückgekommen ist? Doch genau diese Gruppe der Rohstoffe ist es, die sehr genaue Fakten über den Zustand der Wirtschaft zulässt.

Es klingt wie eine Binsenweisheit: Industriemetalle werden nun einmal in der Industrie verbraucht. Wenn die Nachfrage sinkt, fällt der Preis. Genau dies erleben wir derzeit. Dabei fallen Preisrückgänge nicht nur heftig aus. Sie erfassen auch die gesamte Anlageklasse.

Ob Kupfer, Eisenerz, Nickel oder Aluminium: Die Preise befinden sich auf dem Rückzug. Wie stark der Rückgang ist, zeigt ein breiter Rohstoffindex der Bloomberg Commodity Index. Dieser Index umfasst alle maßgeblichen Industrie Rohstoffe. In dieser Woche ist er auf das niedrigste Niveau 2009 gesunken.

Immer mehr Warnsignale tauchen auf – das zeigt die große Gefahr für einen Crash

Für mich ist das nur ein weiteres Signal für dir nehmenden Gefahren, die sich negativ auf die Weltkonjunktur auswirken werden. Viele andere Warnsignale sind in den vergangenen Wochen und Monaten schon aufgetaucht. So befindet sich beispielsweise die japanische Wirtschaft in einer stärkeren Rezession als zunächst angenommen.

Über den Kollaps des russischen Rubel im Zuge der Ölpreise habe ich an dieser Stelle auch schon häufig berichtet. Aber auch Meldungen aus der zweiten Reihe lassen aufhorchen: So gibt es auch negative Signale aus Indien über ein Nachlassen Wachstumsdynamik dort.

Zudem sinkt der Baltic Dry Index massiv ab. Mit diesem Index wird in der Schifffahrt das Handelsaufkommen auf den Weltmeeren gemessen. Erstmals seit 2008 ist dieser Index jetzt wieder unter die Marke von 1000 Punkten gerutscht. Zudem fiel die saisonale Erholung im Herbst beim Index deutlich geringer aus als in den Vorjahren.

Dies sind alles massive Warnsignale für einen bevorstehenden Crash an den Finanzmärkten. Überall tauchen neue Krisenherde auf. Und bei einer verstärkten deflationären Tendenz in immer mehr Ländern sind auch den internationalen Notenbanken die Hände gebunden. Hier können Sie nur wenig bis gar nichts tun. Dies wird eine bittere Erkenntnis sein, wenn sich die Wirtschaft weiter abkühlen sollte.

10. Dezember 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Günter Hannich. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt