Schwacher US-Arbeitsmarkt – Zinswende verschoben?

Der Dax stolpert ins Schlussquartal und kämpft sich zum Wochenende mühsam ins Plus. Überraschend stark präsentieren sich die Energiewerte. (Foto: Deutsche Börse AG)

Der Start ins Schlussquartal 2015 fiel durchwachsen aus:

Am Donnerstag hatte der DAX zunächst punkten können, rutschte im Handelsverlauf aber in die Verlustzone und gab unterm Strich deutlich nach.

Vor allem schwächelnde Konjunkturdaten aus der Euro-Zone schlugen Anlegern auf den Magen.

Auch in den USA läuft es nicht rund, da konnten selbst sich leicht aufhellende Wirtschaftsdaten aus China die Stimmung am Parkett nicht retten.

US-Zinswende erneut verschoben?

Am Freitag setzten sich die schlechten Meldungen fort: So erholt sich der US-Arbeitsmarkt noch nicht so stark wie gedacht. Das nährt die Spekulationen auf eine neuerliche Verschiebung der Zinswende durch die Federal Reserve.

Statt noch im laufenden Jahr könnte die erste schrittweise Zinsanhebung seit Ausbruch der Finanzkrise nun womöglich erst im kommenden Frühjahr erfolgen, so die Einschätzung von immer mehr Beobachtern.

Trotz der angespannten Lage kämpfte sich der Dax am Freitag aber noch ins Plus zurück und schloss 0,5% fester bei 9.553 Punkten. Auf Wochensicht fährt der Leitindex damit ein Minus von 1,4% ein.

Energiekonzerne erobern Dax-Spitze

Unter den Einzelwerten überraschten die Energiekonzerne mit satten Aufschlägen. RWE eroberte die DAX-Spitze mit einem Plus von 6,8%, dicht gefolgt vom Konkurrenten E.ON, dessen Anteilsscheine sich um 6,3% verteuerten.

Medienberichten zufolge wird im Bundeswirtschaftsministerium über eine staatliche Unterstützung für die Unternehmen nachgedacht.

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Viele klamme Kommunen, v. a. aus dem Ruhrgebiet, sind an den Versorgern beteiligt – auch sie leiden unter dem dramatischen Abrutschen der Aktien, die seit Monaten auf den Verkaufszetteln stehen.

Anleger befürchten hohe Einbußen durch den Atomausstieg – und das wohl nicht ganz zu Unrecht.

Politisch dürfte es schwierig werden, den Verbrauchern und den Steuerzahlern die Kosten für den Rückbau der Atommeiler aufzubürden, mit denen RWE und E.ON jahrzehntelang Milliardengewinne eingefahren haben.

Dass der Tag der Energiewende kommen würde, war schon seit Langem bekannt. Die Atom-Lobby hat es lediglich verstanden, die Frist von Regierung zu Regierung weiter hinauszuzögern.

Dass parallel keine entsprechenden Rücklagen gebildet wurden, ist in der Rückschau betrachtet wohl eher unklug gewesen; Nun fallen die Belastungen umso dramatischer aus.

VW-Aktie bleibt unter Beschuss

Die Lufthansa-Aktie sicherte sich Rang drei mit einem Plus von 4,1%. Sie wurde angeschoben durch einen positiven Analysten-Kommentar nebst Kaufempfehlung und Kursziel-Anhebung.

Dax-Titel in der Verlustzone hatten überwiegend moderate Abschläge zwischen 0,1 und 0,7% zu verzeichnen – mit Ausnahme von Volkswagen:

Die Aktie der Wolfsburger rauschte um weitere 4,3% in die Tiefe und notierte zuletzt bei nur noch 92,36 €.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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