Schwaches Autoumfeld belastet Fuchs Petrolub

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Die Aktie von Fuchs Petrolub stand in den vergangenen Wochen mächtig unter Druck. Der Ausblick für 2020 konnte daran nichts ändern. (Foto: IU Liquid and water photo/Shutterstock)

Wie Ende der vergangenen Woche bekannt gegeben wurde rechnet der Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub für das laufende Geschäftsjahr zwar mit leichtem Umsatz- und Ergebnisanstieg, aber auch nicht mit mehr. Dass die Anleger sich genau das erhofft hatten, zeigte die unmittelbare Kursreaktion der Aktie.

Diese setzte nämlich ihren Abwärtstrend fort, in dem sie sich seit Jahresanfang bequem gemacht hat. Mit knapp 40 Euro notiert das Wertpapier inzwischen um mehr als 10% unter dem Jahresanfangswert, wohingegen der DAX in diesem Zeitraum bekanntermaßen deutlich zulegen konnte. In Summe eine erhebliche Underperformance also. Ist das nun ein Einstiegsniveau für Sie?

Deutlich unter Vorjahr

Bekannt gegeben wurde der verhaltene Ausblick während der Bekanntgabe der Finanzeckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr. Wie der Mannheimer Konzern auf Basis vorläufiger Daten mitteilte, waren die Erlöse mit 2,6 Milliarden Euro im Jahresvergleich fast unverändert, aufgrund der Schwäche in der Autoindustrie ging das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) jedoch um 16 % zurück – der erste Gewinnrückgang seit der Finanzmarktkrise vor elf Jahren. Auf vergleichbarer Basis – das heißt ohne die Veräußerung des Schweizer Joint-Ventures Motorex im Jahr 2018 – lag das EBIT um 14 % unter dem Vorjahrswert von 371 Millionen Euro.

Mit diesen Zahlen rangierte Fuchs Petrolub leicht über den trüben, Anfang August ausgegebenen Managementerwartungen, die beim Umsatz in einer Bandbreite zwischen 0% bis -3% und beim EBIT in einer Bandbreite zwischen -20% und -30% bzw. – bereinigt um die Sondereffekte – zwischen -17% und -27% lagen.

Ursächlich für den überproportionalen Ergebnisrückgang war neben einem Volumenrückgang infolge des schwachen wirtschaftlichen Umfelds vor allem eine planmäßig gestiegene Kostenbasis, die wiederum auf das eingeleitete Wachstums- und Investitionsprogramms zurückzuführen ist. Zusätzlich belastet hat eine Firmenwertabschreibung in Höhe von 6 Millionen Euro das operative Ergebnis.

Höhere Dividende avisiert

Der operative Rückgang konnte denn auch auf den in der Gewinn- und Verlustrechnung weiter unten liegenden Ertragsebenen nicht aufgefangen werden. Im Gegenteil: Nach Steuern lag das Ergebnis aufgrund höherer Quellensteuern auf Dividenden sogar um 21 % unter seinem Vorjahreswert. Je Stamm- bzw. Vorzugsaktie entspricht dies einem Ergebnis in Höhe von 1,63 bzw. 1,64 Euro.

Positiv für die ausschüttungsinteressierten Investoren unter Ihnen: Trotz des Ergebniseinbruchs soll die Dividende für das abgelaufene Geschäftsjahr sogar gesteigert werden: Der Hauptversammlung soll eine Dividende von 0,97 Euro je Vorzugsaktie vorgeschlagen werden. Stammaktionäre müssen sich mit einer um einen Cent geringeren Ausschüttung zufrieden geben. Zum Vergleich: Im Vorjahr wurde den Stamm- und Vorzugsaktionären noch Dividenden von 0,95 bzw. 0,94 Euro ausgeschüttet. Bezogen auf den Wochenschlusskurs ergibt sich für Fuchs Petrolub damit eine Dividendenrendite von knapp 2,5%.

Trüber Ausblick

Nach diesem markanten Gewinnrückgang will das im MDAX notierte Unternehmen im laufenden Jahr wieder mehr verdienen. Insgesamt werde beim EBIT ein Zuwachs im niedrigen bis mittleren einstelligen Prozentbereich erwartet. Allerdings, und das macht den ganzen Ausblick wenig glaubhaft, seien darin die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie noch nicht berücksichtigt. Solange deren Auswirkungen noch nicht geklärt sind und sich das Management eine Hintertüre für eine spätere Gewinnwarnung offenhält, bietet sich ein Einstieg in die Aktie auch vor Hintergrund der nach wie vor hohen Bewertung nicht unmittelbar an.

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Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

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