Schwankende Nachfrage im PC-Geschäft

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Aufgrund der Corona-Krise erleben Angebot und Nachfrage auf dem PC-Markt aktuell einige Turbulenzen. (Foto: r.classen / Shutterstock.com)

Angebot und Nachfrage erleben auf dem Markt für PCs aktuell einige Turbulenzen. 2019 erlebte der PC-Markt sein erstes Wachstumsjahr seit 2011. Was von vielen als eine Wiederauferstehung der Branche gedeutet wird, hatte einen einfachen Grund: Microsoft hat am 14.02.2020 den Support für Windows 7 eingestellt. Das beliebte Betriebssystem war bis dahin auf zahlreichen Privat- und Geschäftsrechnern installiert.

Von der Umstellung profitierten im 4. Quartal unter anderem HP und Lenovo. Im 1. Quartal befeuerten die Lockdowns infolge der Corona-Pandemie die Nachfrage bei Schülern, Studenten, Firmen und deren Mitarbeiter im Homeoffice. Die Hardwareanbieter konnten diese Nachfrage kaum bedienen, da der Lockdown in China ein geringeres Produktionsvolumen und logistische Probleme zur Folge hatte.

Corona belastet den Hardwaremarkt

Für den Rest des Jahres wird eine deutlich niedrigere Nachfrage erwartet. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten infolge der Corona-Krise sorgen dafür, dass zahlreiche Haushalte unnötige Ausgaben weiter verschieben. Die meisten Unternehmen haben im Rahmen der Windowsumstellung Neuanschaffungen getätigt und werden jetzt als Erstes ihre IT-Ausgaben zusammenstreichen. Darunter werden vor allem Unternehmen leiden, die sich auf Firmenkunden fokussieren.

Firmen wie Cisco, IBM und NetApp haben bereits in der Vergangenheit zahlreiche Kunden verloren. Statt einer umständlichen und teuren eigenen Server- und Netzwerkstruktur setzen immer mehr Unternehmen auf die Cloud-Lösungen von Microsoft und Amazon. Mit unterschiedlichem Erfolg versuchen die Hardwareausrüster ihr Softwaregeschäft zu stärken und verschiedene Marktnischen einzunehmen.

Grundlegender technologischer Wandel bietet neue Möglichkeiten

Der Ausbau des 5G-Netzwerks schreitet weltweit voran. Davon profitieren nicht nur Netzwerkausrüster wie Cisco, sondern auch zahlreiche Unternehmen, die neue Technologien entwickeln, die diesen Standard nutzen. NEC verwendet 5G in Tokio für smarte Straßenmasten, die schnelles Wifi, LED-Straßenbeleuchtung, Kameras und zahlreiche Sensoren bieten. Auch die Medizintechnik und das autonome Fahren erhalten durch 5G neue Möglichkeiten. Von Apple wird noch in diesem Jahr ein iPhone erwartet, das den neuen Funkstandard unterstützt.

Apple geht neue Wege

Wegen Corona musste der iPhone-Konzern seine Entwicklerkonferenz dieses Jahr erstmals als rein digitales Event abhalten. Der Konzern präsentierte zwar kein neues Gerät, nimmt aber einen softwareseitigen Rundumschlag vor. iPhone, iPad, Apple Watch und auch die Mac-Computer erhalten allesamt neue Betriebssysteme. Diese beinhalten zahlreiche neue Funktionen und harmonisieren die Designs der Software der verschiedenen Geräteklassen.

Apple hat bestätigt, was viele schon vermutet haben: Der Konzern will sich von den Prozessoren von Intel trennen und in Zukunft auch in den Mac-Computern eigene Prozessoren verbauen. Apple plant dafür eine lange Übergangsphase. Eine Zeit lang werden sowohl Macs mit Intel-, als auch mit eigenen Prozessoren gebaut.

Apple stellt zahlreiche Tools zur Verfügung, mit denen Software auf beiden Plattformen funktionieren soll, und will auch alte Systeme weiterhin unterstützen.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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