Schwarzer Montag an den Börsen: Alles außer Gold stürzt ab

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Rote Tageskerzen wohin Sie schauen. Das Coronavirus hat die Märkte voll im Griff. Auf dem Aktienniveau war eine kleine Korrektur überfällig. (Foto: Africa Studio / shutterstock.com)

Kommt jetzt der große Ausverkauf oder ist das der Anfang vom Crash? Einige Marktteilnehmer werden sich heute verwundert die Augen reiben. Der DAX lief Freitagabend noch Richtung Allzeithoch. Heute eröffnete er 200 Punkte darunter und fiel noch einmal weitere 200 Punkte im Laufe des Tages.

Und was sagen die Experten an der Börse: Es lag am schlechten Ifo-Index. Ja klar. Auf einmal sind Wirtschaftsdaten wieder wichtig für den DAX? Das wäre ja was. Ja, die Ifo-Zahlen waren etwas schlechter als erwartet. Aber deshalb rauschen bestimmt auch gleich die US-Märkte und China nach unten… Wer soll das eigentlich noch glauben?

Coronavirus versetzt die Märkte in Angst

Dass der Coronavirus hierfür verantwortlich ist, klingt schon etwas plausibler. Schließlich haben wir inzwischen 80 Todesfälle und neben den Infizierten in den USA auch welche in Frankreich. Dass der DAX heute besonders gelitten hat, mag auch am endlich erreichten Allzeithoch liegen – da nimmt man gerne einmal Gewinne mit.

Dennoch: Noch ist nichts verloren und alles halb so wild. Der DAX notiert noch über der EMA-50 und diese hält vorerst als Unterstützung. Bei 13.140 Punkten, bei 12.950 Punkten und bei 12.885 Punkten gibt es auch noch ein Auffangnetz. Solange diese Bereich nicht unterschritten wurden, kann es sich hier um eine ganz normale Korrektur handeln.

Wir erinnern uns: Der Markt ist brutal überkauft. Ist es da wirklich so dramatisch, wenn die Börsen weltweit 1 oder 2 Prozent ausatmen?

Was mich allerdings etwas zum Nachdenken bringt, ist das Ausmaß, in dem China Millionenstädte sperrt. Und da oft an den Wirtschaftsdaten aus China gezweifelt wird, darf ich vielleicht auch an den Daten zum Coronavirus zweifeln. Gab es wirklich nur eine Handvoll Todesfälle bevor China acht Städte abgeriegelt hat? Kaum hat der erste Chinese gehustet, wussten die großen Nachrichtensender bereits von dem neuen Virus. Das mag gutes Krisenmanagement sein – für mich hat das noch einen faden Beigeschmack.

Hoffen wir auf ein schnelles Heilmittel oder Eindämmen. Erinnern Sie sich noch an das Unglück in Fukushima? Damals stürzten die Börsen auch weltweit ab, notierten aber bereits wenige Monate danach höher als zuvor. Beim SARS-Erreger war es ähnlich: Chinas Wirtschaft musste um 1 Prozent schrumpfen; die Weltwirtschaft zuckte aber mit den Schultern und machte weiter, als wäre nichts gewesen.

Klar, wir befinden uns noch am Anfang des Ausbruchs. In einer Woche oder sogar schon morgen könnten die Todesfälle dreistellig sein. Entscheidend für die Börse sind offenbar die Neuinfektionen. Solange diese sinken, steigen auch wieder die Kurse. Dass wir damit aber vorerst noch nicht rechnen können, sagt uns diese Meldung: Bevor Wuhan am letzten Donnerstag abgeriegelt wurde, hatten bereits 5 Millionen der 11 Millionen Einwohner die Stadt verlassen.

Das könnte bedeuten: eine weitere Ausbreitung und vorerst weitere rote Tageskerzen an den Märkten. Außer beim Gold! Das stieg im Tageshoch auf 1.588 US-Dollar.

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Gold wird weiter fallen: An diesem Punkten können Sie einkaufen gehen!1.640 US-Dollar wäre ein idealer Einstieg für die nächste Aufwärtsbewegung. Wenn wir Fibonacci fragen und Ziele projizieren, landen wir bei 2.260 bzw. 2.506 US-Dollar. › mehr lesen


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.