Schwarzgeld zurückholen – aber wie?

Liebe Leserinnen und Leser, „Wir haben in letzter Zeit immer wieder Anfragen, wie man ohne unliebsame Folgen Schwarzgeld aus dem […]

Liebe Leserinnen und Leser,

„Wir haben in letzter Zeit immer wieder Anfragen, wie man ohne unliebsame Folgen Schwarzgeld aus dem Ausland zurückholen könne.“ Das erzählte mir ein Bankier am Wochenende. Der Fall: Ein Unternehmer habe Geld von seiner vermögenden Mutter geerbt, die es ihrerseits schon in der Schweiz angelegt habe, um dem deutschen Fiskus zu entgehen. Er habe das Geld direkt nach dem Erbfall allerdings auch nicht an den deutschen Fiskus gemeldet.Kein ungewöhnlicher Fall: Waren früher einige Banken mehr als bereit, beim Transfer solcher Gelder ins Ausland  – und damit beim Versuch, Steuern zu hinterziehen – zu helfen, findet sich heute ein anderes Bild: Spätestens seit der Verhaftung Zumwinkels ist die Empörung groß. Ebenso groß ist die Angst der Schwarzgeldinhaber und der Banken, bei einem solchen illegalen Tun entdeckt zu werden.Folglich hält sich die Bereitschaft der Kreditinstitute in Grenzen, Schwarzgeld im Auftrag ihrer Kunden wieder zurückzuholen. Denn sie könnten sich selbst dabei die Finger verbrennen. Sinnvoll wäre dieses Vorgehen ohnehin nicht – zeigt doch der Fall Zumwinkel nur allzu deutlich: Auslandsvermögen bleiben immer seltener vom deutschen Staat unentdeckt.Und selbst wenn sie es blieben, hat dies seinen Preis. Denn anonym bleibt ein Konto nur, wenn niemand davon Geld abheben will. So wird die illegale Steuerersparnis teuer bezahlt: Nämlich mit einem sehr eingeschränkten Zugriff auf das Vermögen. So war es auch im geschilderten Fall: Der Unternehmer konnte nicht auf sein Auslandsvermögen zugreifen. Dafür hätte er sich als Erbe ja legitimieren müssen. Es ist schon absurd, denn faktisch hatte er die Wahl: 1,4 Millionen Schweizer Franken, über die er nicht verfügen konnte, weil es Schwarzgeld war. Oder die Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung unter Einschaltung eines spezialisierten Anwalts. Denn wäre ist möglich, dabei straffrei auszugehen und lediglich die hinterzogenen Steuern plus Verzugszinsen nachzuzahlen. Meist lässt der Staat in diesen Dingen sogar mit sich verhandeln. Etwa ein Drittel des Geldes dürfte durch die Nachzahlung an den Staat gehen. Über den Rest aber könnte er dann ohne Beschränkungen verfügen. Mal ganz ehrlich: Die zweite Alternative erscheint auch dann als die klügere Möglichkeit, wenn man moralische Bedenken gegen eine fortgesetzte Steuerhinterziehung oder die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Entdeckung des Schwarzgeldes durch Steuerfahnder völlig außer Acht ließe.

Herzlichst,

Ihr

BKK-Unterschrift-Liemen

Dr. Erhard Liemen,

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Chefredakteur von:

„Bankkunden – vertraulich“

„Der Deutsche Wirtschaftsbrief“

PS: Ich gebe es ja offen zu: Ich vertrete keine Anlagestrategien, die auf einen schnellen Gewinn ausgerichtet sind. Mit dieser Meinung möchte ich Sie aber nicht bevormunden – denn Trading-Strategien können durchaus erfolgreich sein. Allerdings sind sie nur etwas für risikobereite Anleger. Wenn Sie dazu gehören, lesen Sie im nächsten Beitrag, was Andreas Habecki, ein ausgewiesener Fachmann im Bereich der Währungsspekulation, dazu schreibt.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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