Schweizer Aktienmarkt nimmt Fahrt auf

Während der DAX 30 seit Anfang der vergangenen Woche auf historisch neuen Kurshöhen wandelt, ist sein Schweizer Pendant davon noch ein gutes Stück entfernt.

Vom Indexstand her betrachtet fehlten dem Swiss Market Index (SMI) gestern nur noch 279 Zähler oder 7,12%, um das Allzeithoch bei 9.548 Punkten zu überwinden.

Aus zeitlicher Sicht muss man indes schon etwas weiter zurückschauen:

Die genannte Bestmarke wurde nämlich bereits im Juni 2007 festgezurrt. Ein Rekordversuch scheiterte im August 2015 an 10 Zählern: Der SMI kam nicht über die Marke von 9.537,90 hinaus.

Euro: Jahrelanger Belastungs-Faktor für Schweizer Aktien

Die maßgebliche Ursache für dieses „Hinterherhinken“ des Schweizer Aktienmarktes liegt im Währungs-Verhältnis zum Euro begründet:

Die massive Flucht vieler Anleger aus dem Euro in den „sicheren Hafen“ des Schweizer Franken führte zu einer unglaublichen Verteuerung der Währung.

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SMI versus SFRS / Euro: Aufwertung des Schweizer Franken behindert Aktien-Hausse

Erinnern wir uns, zum besseren Verständnis, noch einmal kurz an den August 2011:

Die Flucht aus dem Euro in den Schweizer Franken veranlasste die Notenbank der Eidgenossen seinerzeit zu einer ungewöhnlichen Maßnahme:

In der 1. Phase (roter Pfeilverlauf) war der CHF gegenüber dem Euro von knapp 60 auf bis zu 97 (+62%) aufgewertet worden. Der daraus resultierende Schaden für die Wirtschaft war immens:

Schließlich hatten sich Schweizer Export-Artikel im Ausland entsprechend verteuert und waren kaum noch wettbewerbsfähig.

Daher entschieden die Schweizer Währungshüter im August 2011, den CHF fest an den Euro zu binden.

Die Abschreckungs-Maßnahme erwies sich indes letztlich als untauglich, schließlich musste die Schweizer Notenbank jeden Anstieg über die festgelegte Bindung von 83,33 CHF durch den Verkauf von CHF kompensieren.

Die Aufhebung der Koppelung an den Euro im Januar 2015 hatte eine nochmalige heftige Aufwertung des CHF zur Folge (pinkfarbener Pfeil).

Die seither eingekehrte „Ruhe“ in der Währungs-Parität spiegelt sich in einer deutlichen Aufwärts-Bewegung des SMI wider.

Euro-Beruhigung ist Balsam für den Schweizer Aktienmarkt

Schauen wir nun gemeinsam auf einen Monats-Chart des SMI, der bis ins Jahr 1988 zurückreicht:

smi_03-05-2017

Euro-Beruhigung ist Balsam für den Schweizer Aktienmarkt

Der vom Januar 1991 ausgehende Aufwärtstrend (grüne Linie) wurde im letzten Jahresviertel 2008 nach unten durchschlagen.

Dieser Aufwärtstrend würde erst wieder aufgenommen, wenn der SMI ein neues Allzeithoch ausbildet. In diesem Fall müsste der Aufwärtstrend auch neu justiert werden.

Wie das ausschauen würde, habe ich Ihnen mit der blau gestrichelten Linie einmal deutlich gemacht:

Wie Sie im Chart erkennen, konnte der Schweizer Leitindex im bisherigen Jahresverlauf eine seit 1998 existierende Widerstands-Zone (pinkfarbene Horizontale) hinter sich lassen.

Das sollte sich in den kommenden Monaten als wichtige Auftriebsfeder erweisen.

Fazit und Empfehlung

Seit der Finanzkrise und der daraus resultierenden Euro-Krise wurde der Schweizer Aktienmarkt massiv von der Flucht in den Franken und der damit verbundenen Aufwertung belastet.

Die seit der Aufhebung der Bindung an den Euro im Januar 2015 zu beobachtende Beruhigung der Währungs-Parität stützt auch den Swiss Market Index (SMI).

Die Überwindung der psychologisch bedeutsamen Widerstands-Zone um 8.400 / 8.500 seit Jahresbeginn trägt nun ihr charttechnisches „Scherflein“ zu einer anhaltenden Aufwärts-Bewegung des SMI bei.

Gelingt demnächst noch der Sprung in neue Kursdimensionen, also über 9.548 Punkte, ist sogar mit einem langjährigen Aufwärtstrend zu rechnen.

Ein Investment in den Schweizer Leitindex, etwa über das Vehikel eines ETF, sollte sich in den kommenden Monaten mithin als lohnend erweisen.

Alternativ können weitere Recherchen auch zu attraktiven Einzel-Investments führen.

3. Mai 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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