Schweizer Bankgeheimnis und Monacos Banken sind Geschichte

Alarmierendes aus Monaco - nicht nur für Steuersünder, sondern für jeden Kontoinhaber. Es gibt jetzt ein Abkommen zwischen Deutschland und d (Foto: TunedIn by Westend61)

Die Kooperation mit Deutschland geht sehr weit.

Der Zugang zu ganz privaten Bankdaten in Monaco ist laut Finanzministerium “nicht davon abhängig, ob bereits ein Steuerstrafverfahren eröffnet wurde oder der Verdacht auf eine Steuerstrafttat besteht”. Ein Einfallstor, dass Sie am besten beachten.

Monaco: Zugang zu Bankdaten jetzt frei

Der Fiskuss muss noch nicht einmal die Bankdaten oder den Namen kennen, sondern kann nahezu ganz allgemein forschen. Noch schlimmer: Monaco wird laut Kooperation sogar “über das wirtschaftliche Eigentum an […] fonds oder Investmentsystem berichten.

Ein klarer Fall: Sollten Sie ein Konto in Monaco unterhalten, warum auch immer, ziehen Sie Ihr Geld ab. Jeder einzelne Fakt wird gemeldet – rechtssicher. Privatschutz wird für Ihre Daten nicht mehr gelten. Ähnlich ausgehöhlt wird bald das Schweizer Bank”geheimnis”.

Schweizer Bankgeheimnis ist passé

Konkret: Bei einem begründeten Verdacht muss die Schweiz den deutschen Steuerbehörden künftig Auskunft geben. Und zwar auch dann, wenn die deutsche Steuerfahndung den Schweizer Behörden gar kein Kreditinstitut nennen kann. Name und Adresse genügen, um eine grenzübergreifende Ermittlung in die Wege zu leiten.

Das Steuerparadies Schweiz bröckelt

Damit dürfte die Schweiz als Steuerparadies endgültig passé sein. Ohnehin habe ich Ihnen in der Vergangenheit stets davon abgeraten, Ihr Vermögen in die Schweiz vor dem deutschen Fiskus in Sicherheit zu bringen.

Denn: Die Schweizer Banken und Vermögensverwaltungen ließen sich diesen „Service“ gut bezahlen. Sicherheit gab es trotzdem nicht.

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Das wissen wir spätestens, seit ehemalige Mitarbeiter von Schweizer Banken Tausende Daten von Steuersündern an den deutschen Fiskus verkauft haben. Jetzt ist also auch das offizielle Ende des Schweizer Bankgeheimnisses eingeläutet.

Immerhin ist für Altfälle der Steuerhinterziehung eine Art pauschale Abgeltungsteuer geplant. Sprich: Unversteuerte Kapitaleinnahmen sollen im Nachhinein anonym besteuert werden.

Abgeltungssteuer in Planung

Wobei der Steuersatz noch nicht feststeht. Klar ist: Man möchte die hartnäckigen Hinterzieher, die keine Selbstanzeige erstattet haben, nicht besser stellen als diejenigen, die Ihr Vermögen aus Angst vor Strafe dann doch noch dem deutschen Fiskus gemeldet haben.

Auch für die Zukunft ist eine Art Abgeltungssteuer geplant, und auch deren Höhe ist noch ungewiss. Immerhin würde sie es Schweizer Bankkunden ermöglichen, anonym zu bleiben. Vorausgesetzt, es besteht kein Verdacht auf eine Steuerstraftat.

Fazit: Ersparen Sie sich den Ärger und Verdruss, Ihr Geld in die Schweiz zu bringen. Ihr Geld wird dort künftig eher noch höher versteuert als im Inland. Und in der Schweiz müssen Sie außerdem mit erheblich höheren Gebühren für die Verwahrung und Verwaltung Ihres Geldvermögens und Ihrer Wertpapiere zahlen.

Gute Beratung zählt

Und falls Sie unversteuertes Vermögen in der Schweiz liegen haben: Lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Steuerrecht unbedingt über die Möglichkeit einer straffreien Selbstanzeige beraten – das ist auch jetzt noch sinnvoll.

Trotz Steuern lohnt sich die Geldanlage. Vor allem zu Aktieninvestments rate ich meinen Lesern regelmäßig. Denn auf lange Sicht sind hier die Erträge am höchsten.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.