Schweizer Franken und das Euro-Drama: ein Crash-Signal

Die Flucht aus der Eurozone wird demnächst an der Grenze zur Schweiz faktisch enden.

Der Crash des Euro, bis dato im Dollar-Kurs kaum sichtbar, geht weiter. Denn: der Franken als Fluchtwährung der Schweiz fällt aus. Dies hat weitere Konsequenzen:

Das Kapital, das Investoren unvermindert aus der Eurozone abziehen, muss irgendwo hin. Wir haben dazu Vorstellungen und empfehlen Ihnen entsprechende Anlagen. Die Chancen auf dauerhafte Profite jenseits der aktuellen Panik-Stimmung sind gut.

Notenbank: wir verteidigen die Grenze

Die Schweizer Notenbank hat in aller Öffentlichkeit festgelegt, eine „Obergrenze“ für den Franken festzulegen. 1,20 Franken pro Euro, mehr wollen die Eidgenossen nicht mehr zahlen. Das heißt für Sie:

Der Euro darf im Vergleich zum Franken kaum noch schwächer werden, so jedenfalls die Schweizer. Da die Notenbank die Wechselkurse nicht eigenmächtig bestimmen kann, wählt sie ein Marktinstrument. Sie kauft massiv Euro auf, wenn die Wechselrelation nicht mehr stimmt.

Zudem wird die Bank dann Franken „produzieren“, um diesen wertloser werden zu lassen. Schließlich bleiben auch die Zinsen extrem niedrig. Wenn Sie Geld in der Schweiz haben, werden Sie dies feststellen.

Niedrige Zinsen und wertloseres Geld: schlecht

Bei Niedrigst“zinsen“ von 0,1% bis 0,2% und einer künftig wertloseren Währung verliert auch Schweizer Bankguthaben Wert. Zunächst recht langsam, dann immer schneller. Denn: der Aufkauf von Euro wird nicht reichen, meinen wir.

Die Schweiz ist nicht mächtig genug, um den Euro dauerhaft unter Druck zu setzen. Sie kann tapfer den Euro aufkaufen, wenn aber die europäische Zentralbank ihrerseits neue Euros produziert, ist dies nur ein Wettlauf. Also wird auch die Schweiz Franken produzieren und auf diese Weise etwas inflationieren.

Niedrige Zinsen und ein Mehr an Franken werden Schweizer Bankguthaben daher angreifen:

  • Die Zinsen in der Schweiz werden dauerhaft wie in Japan sehr niedrig sein. Hier bei 0,1% bis 0,2%.
  • Durch eine weiter gehende Produktion von Schweizer Franken wird dieser wertloser. Wer sein Geld aus der Eurokrise retten möchte, geht damit eine Wettlauf ein – wer verliert schneller? Euro oder Franken?
  • DenWettlauf werden Investoren an Preisen für Sachwerte feststellen. So wird der Goldpreis – auch gemessen in Franken – weiter steigen.
  • Schweizer Aktien sind kaum betroffen, wenn Sie genügend Substanz haben. Die handeln in allen großen Währungsräumen: wie etwa „Nestlé“.

GeVestor meint: Falls Sie je in die Schweiz „flüchten“ wollten, erhalten Sie aktuell Gegenargumente, die massiv sind. Wir empfehlen eher, Schweizer Substanzaktien zu kaufen.

Die dahinter stehenden Unternehmen sind Weltmarktführer und haben die Fähigkeit, die eigenen Preise bei unterschiedlichen Währungsszenarien durchzusetzen.

Ein Beispiel bleibt der Nahrungsmittelkonzern „Nestlé“. So umgehen Sie den Crash des Euro dank der Schweiz, ohne auf den Franken zu setzen.

7. September 2011

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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

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