Schweizer Nationalbank mit Rekordgewinn

Warum die Schweizer Nationalbank nach dem Milliardenverlust im 2. Quartal 2017 am Ende noch einen Rekordgewinn eingefahren hat. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Für die gute Aktienmarktentwicklung in den vergangenen Jahren gibt es 2 wichtige Gründe: Die steigenden Unternehmensgewinne als fundamentale Basis der Rally und die expansive Geldpolitik der Notenbanken, die dafür sorgte, dass Aktien attraktiver und Zinspapiere unattraktiver wurden.

Die Schattenseite der expansiven Geldpolitik müssen wir jedoch auch im Blick haben: Die Kauf-Orgien der Notenbanken sorgen dafür, dass diese zu riesigen Anlagefonds mit starken Ergebnisschwankungen werden – und nicht mehr die konservativen Hüter der Währung sind. Ein konkretes Beispiel finden Sie heute im „Schlussgong“.

Vor einem halben Jahr habe ich Ihnen an dieser Stelle von einem Milliardenverlust der Schweizer Nationalbank (SNB) im 2. Quartal 2017 berichtet. Heute schreibe ich Ihnen von einem Rekordgewinn der SNB im Gesamtjahr 2017. Wie das geht? Sie erfahren es jetzt.

Aufgrund von Währungs-Schwankungen entstand der SNB im 2. Quartal 2017 ein Verlust von 5,2 Mrd. Schweizer Franken (CHF). Hinzu kam ein Verlust in Höhe von 1,9 Mrd. CHF durch eine Abwertung der Goldreserven der SNB. Insgesamt belief sich das Minus in den Monaten April bis Juni auf 6,7 Mrd. CHF.

Trotzdem meldete die SNB in dieser Woche gemäß provisorischer Hochrechnungen einen Rekordgewinn für 2017. Dieser liegt gemäß der Hochrechnungen bei 54 Mrd. CHF. Das ist gleichzeitig der höchste Wert in der 110-jährigen Geschichte der Notenbank.

Der absolute Löwenanteil davon entfiel mit 49 Mrd. CHF auf den Gewinn mit Fremdwährungspositionen. 3 Mrd. CHF steuerte ein Bewertungsgewinn aus den Goldreserven bei und 2 Mrd. CHF entfielen auf den Erfolg von Frankenpositionen.

Rekordgewinn ermöglicht hohe Dividende

5 Mrd. CHF werden den Rückstellungen für Währungsreserven zugeführt. Somit verringert sich der Bilanzgewinn um diesen Betrag. Dafür sind jedoch Ausschüttungsreserven in Höhe von 20 Mrd. CHF vorhanden, die den Bilanzgewinn von 49 Mrd. CHF (54 Mrd. CHF abzgl. 5 Mrd. CHF für die Rückstellungen für Währungsreserven) auf dann 69 Mrd. CHF erhöhen.

Dies ermöglicht eine Dividendenausschüttung in Höhe von 15 CHF je Aktie, was zugleich dem im Gesetz festgesetzten maximalen Betrag entspricht. Bund und Kantone erhalten eine Gewinnausschüttung von 1 Mrd. CHF.

Bund und Kantonen steht darüber hinaus eine Zusatzausschüttung von 1 Mrd. CHF zu, da die Ausschüttungsreserve nach Gewinnverwendung den Betrag von 20 Mrd. CHF übersteigt. Der auszuschüttende Betrag von in Summe 2 Mrd. CHF geht dabei zu einem Drittel an den Bund und zu zwei Dritteln an die Kantone.

Nach diesen Ausschüttungen wird die Ausschüttungsreserve nach Angaben der SNB immer noch rund 67 Mrd. CHF betragen.

Hoher SNB-Gewinn kommt nicht ganz überraschend

Ganz überraschend kommt der Rekordgewinn für das Jahr 2017 trotz des Milliardenverlustes im 2. Quartal nicht. Schließlich hatte die SNB bereits nach 9 Monaten einen Gewinn von 33,7 Mrd. CHF ausgewiesen.

Für weiteren Schwung sorgten die Aktienmärkte, die im Schlussquartal 2017 weiter zugelegt haben und die Tatsache, dass der Schweizer Franken gegenüber dem Euro weiter an Wert verloren hat.

Fazit: Bei der Präsentation der Zahlen hat man nicht mehr das Gefühl, dass man es mit einer nationalen Notenbank zu tun hat, eher mit einem Hedgefonds. Die Notenbanken saugen sich mit Anleihen, Aktien und Gold voll, um Zinsen niedrig zu halten oder Währungen in bestimmte Richtungen zu drücken. Mit klassischer Geldpolitik hat das nur noch wenig zu tun.

Die starken Ergebnisschwankungen steigern nicht mein Vertrauen in die Notenbanken und in die entsprechenden Paperwährungen. Daher überrascht es mich nicht, dass immer mehr Menschen auf Kryptowährungen ausweichen (wobei hier andere Risiken lauern, wie im Schlussgong beschrieben). Risikostreuung (setzen Sie auf unterschiedliche Währungen und Anlageklassen) bleibt das Gebot der Stunde bei der Geldanlage.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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