Schwierige Branche Papier/Bürobedarf – 2 Firmen, die dennoch top sind

Die edding-Gruppe, aber auch der Papier-Hersteller UPM-Kymmene, stechen aus einer sonst eher schwachen Branche positiv hervor. (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Die edding-Gruppe, eine der führenden Anbieter für Schreibgeräte und Marker sowie für Produkte der visuellen Kommunikation, steigerte den Umsatz im Geschäftsjahr 2016 nach vorläufigen Eckdaten um 3,3% auf 143 Mio. €.

edding verzeichnete Zuwächse in beiden Geschäftsfeldern

Das Produktfeld interaktive Technik, das sowohl elektronische Whiteboards als auch sogenannte E-Screens (LED-Bildschirme mit Touch-Technologie) beinhaltet, erwies sich erneut als wachstumsstark.

Aber auch im traditionellen Geschäft konnte sich edding dank seiner Premium-Positionierung auch in einem herausfordernden Marktumfeld gut behaupten.

Für die Segment-Ergebnisse rechnet edding mit einem leichten Anstieg für Visuelle Kommunikation und einem rückläufigen Ergebnis für Schreiben und Markieren.

Der Grund hierfür liegt in einem Anstieg der Marketing-Kosten im Geschäftsfeld Schreiben und Markieren.

Das operative Ergebnis (EBIT) wird demnach mit 11,8 Mio. € knapp unter dem Vorjahr liegen.

Der Gewinn dürfte deutlich höher ausfallen. Der Grund ist ein Einmal-Effekt aus der Auflösung einer Pensions-Rückstellung.

Damit liegen alle Umsatz- und Ergebnis-Größen innerhalb der Prognose.

edding erhöht die Dividende

Aufgrund dieser guten Ergebnisse wird der Vorstand vorschlagen, die Dividende je Vorzugsaktie von 1,95 auf 2,15 € zu erhöhen.

Für 2017 rechnet edding mit moderat steigenden Umsätzen zwischen 147 und 155 Mio. €. Das EBIT wird im Bereich 10,5 – 13,1 Mio. € angepeilt.

Unternehmens-Porträt

Die edding-Gruppe ist der führende deutsche Hersteller von Schreibgeräten und Organisationsmitteln.

Das Sortiment umfasst:

  • Filz- und Faserschreiber,
  • Kugelschreiber,
  • dazugehörige Minen,
  • Planungs- und Organisationsmittel,
  • Abreibeschriften und -symbole.

Durch innovative Produkte gehört edding immer wieder zu den Trendsettern in der Schreibwaren-Branche.

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Papier-Hersteller UPM-Kymmene verbessert sein Ergebnis

Ein erhöhter Absatz sowie leicht gestiegene Sperrholzpreise haben bei der Sparte Plywood im 4. Quartal 2016 für eine Verbesserung des operativen Ergebnisses (EBITDA) um 8% auf 13 Mio. € gesorgt.

Der Umsatz hat ebenfalls um 8% auf 109 Mio. € zugelegt.

Bei der Sparte Biorefining, die das Geschäft mit Schnittholz, Zellstoff und Biodiesel umfasst, hat das EBITDA v. a. aufgrund der um durchschnittlich 12% gesunkenen Zellstoffpreise um 44% auf 72 Mio. € nachgegeben.

Der Umsatz hat mit 533 Mio. € den Vorjahreswert um 9% verfehlt. Auf Konzern-Ebene ist der Umsatz um 3,8% auf 2,48 Mrd. € zurückgegangen.

Neubewertungen der Wälder haben allerdings zu einem Rückgang des bereinigten EBITDA um 4% auf 349 Mio. € geführt.

UPM hat Ende Dezember die Papiermaschine (PM) 2 in Augsburg dauerhaft abgestellt.

Der Schritt war Anfang November zusammen mit der Stilllegung der PM 3 bei UPM-Kymmene Austria angekündigt worden.

Der Schleifholz-Bedarf am Standort Augsburg wird sich durch die Stilllegung deutlich reduzieren, soll aber durch eine höhere Produktion in Plattling z. T. ausgeglichen werden.

UPM hat die Anleger mit dem Ausblick und der Dividenden-Politik enttäuscht

Trotz eines soliden Gewinns blieb UPM vorsichtig: So erhöhte man zwar die Dividende auf 0,95 €. Doch erwartet hatten die Aktionäre eine Gewinn-Beteiligung von 1,05 €.

2017 werde die Profitabilität auf einem guten Niveau bleiben, so das Management. Investoren sahen darin ein Signal, dass der Gewinn-Zuwachs ins Stottern kommen könnte.

Unternehmens-Porträt

Der drittgrößte Papier-Hersteller der Welt ging 1996 aus dem Zusammenschluss der Kymmene Corporation mit Repola und deren Tochter-Firmen United Paper Mills hervor.

Heute gliedert sich UPM-Kymmene in 5 Bereiche:

  1. Biorefining,
  2. Energie,
  3. Raflatac,
  4. Papier
  5. Zellstoff

Das Unternehmen betreibt mehr als 100 Fabriken in 15 Ländern; schwerpunktmäßig in Europa.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.