Schwieriges 1. Halbjahr für die Modebranche

Die gesamte deutsche Modebranche, aber auch viele ausländische Anbieter haben ein schwieriges 1. Halbjahr hinter sich.

Besonders in den Monaten Februar und März war es deutlich zu kalt. Die Folge: Die Verbraucher hatten wenig Lust auf Shopping, die Frühjahrs- und Sommerkollektion konnte nur mit hohen Rabatten verkauft werden.

Zu den witterungsbedingt negativen Effekten gesellten sich die anhaltend schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den meisten Ländern Südeuropas hinzu.

In diesem ungünstigen Marktumfeld mussten auch unsere Favoriten Gerry Weber, Hugo Boss und Inditex Federn lassen.

Dennoch schauen sie zuversichtlich auf das 2. Halbjahr und wollen das Gesamtjahr mit Rekordergebnissen abschließen. Gerry Weber hat seine Ziele allerdings etwas zurückgeschraubt.

Exportentwicklung stimmt aber zuversichtlich

Auch die gesamte deutsche Modebranche blickt dank eines wieder stärker werdenden Exportgeschäfts optimistischer in die Zukunft als noch vor einigen Monaten.

Zu diesem Ergebnis kommt der Branchenverband German Fashion in einer aktuellen repräsentativen Befragung seiner 340 Mitgliedsunternehmen. „Nach einem etwas verhaltenen Start in 2013 wird die Stimmung in der Branche mit jedem Tag besser“, so Verbandspräsident Gerd Oliver Seidensticker.

Während die Bekleidungshersteller im vergangenen Jahr knapp 2% weniger Waren exportierten, lagen die Umsätze in den ersten 4 Monaten des laufenden Jahres nur noch rund 0,5% unter Vorjahresniveau.

Zudem beurteilten 40% der Befragten die Perspektiven für den Export in diesem Jahr mit „besser“, knapp 30% mit „gleich“ und nur 15% mit „schlechter“.

Zu den wichtigsten Exportländern der deutschen Modebranche gehören nach wie vor Österreich, die Niederlande, Frankreich, Schweiz, Belgien, Polen, Russland, Italien, Großbritannien und Spanien.

Besonders in Frankreich wird verstärkt Mode „der gehobenen Mitte“ nachgefragt. Zweistellige Zuwachsraten werden aber nur in Schwellenländern wie Russland erzielt.

Auch der Ausbau der Filialnetze treibt das Wachstum

Selbst für den heimischen Markt ist die Branche optimistisch. Eine Beschäftigung auf hohem Niveau, attraktive Tarifabschlüsse sowie eine niedrige Inflation sorgen für eine gute Verbraucherstimmung in Deutschland.

Entsprechend setzen Anbieter wie Gerry Weber und Hugo Boss auf die Erweiterung ihrer eigenen margenstarken Filialnetze. Daneben wird der Ausbau des Online- Handels vorangetrieben.

Die deutsche Bekleidungsindustrie erwirtschaftete nach Angaben von German Fashion im Jahr 2012 einen Umsatz von rund 12 Mrd €.

Für das gesamte Jahr rechnet der Verband im Vergleich zu 2012 mit einem Wachstum von 2%. Im 1. Halbjahr 2013 lagen die durchschnittlichen Umsatzzuwächse immerhin schon bei 1,2%.

Adler Modemärkte neu in der Aktien-Analyse

Die Adler Modemärkte AG wurde vor 65 Jahren gegründet, notiert aber erst seit Juni 2011 an der Börse. Das Unternehmen gehört zu den führenden Modeketten Deutschlands, ist aber auch in Österreich, Luxemburg und der Schweiz mit Filialen vertreten.

Die Konzentration auf die Altersgruppe der über 45-jährigen hat sich bisher ausgezahlt und dürfte auch in Zukunft für profitables Wachstum sorgen. Für Adler spricht auch die attraktive Dividendenrendite von gut 5%.

4. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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